VeChain ist eine Layer-1-Blockchain, die sich auf Unternehmensanwendungen wie die Nachverfolgung von Lieferketten, Produktdaten und Herkunftsnachweisen konzentriert. Dabei verwendet VeChain ein Zwei-Token-Modell: VET ist der Hauptcoin des Netzwerks, VTHO wird als Gas-Token verwendet.
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Was ist VeChain?
VeChain ist eine öffentliche Blockchain. Das Projekt wurde im Jahr 2015 von dem ehemaligen Technikchef von Louis Vuitton China, Sunny Lu, mit dem Ziel gegründet, Produkte in der Lieferkette besser nachverfolgbar zu machen. Im Jahr 2017 gründete das Team um Lu die VeChain Foundation in Singapur. Die VeChain-Blockchain ging im Juni 2018 an den Start.
Der bekannteste Anwendungsfall ist die Lieferkette. Ein Produkt erhält einen QR-Code, NFC-Chip oder RFID-Tag. Während Produktion, Transport und Verkauf können Informationen erfasst und mit einem digitalen Datensatz verbunden werden.
Produkt markieren
Daten erfassen
Blockchain verknüpfen
Herkunft prüfen
Verbraucher oder Unternehmen können anschließend per QR-Code überprüfen, woher ein Produkt stammt und welche Stationen es durchlaufen hat.
Um die Nutzung von VeChain interessanter zu machen, verwendet das Projekt „Fee Delegation“, womit Unternehmen die Transaktionskosten ihrer Nutzer übernehmen können. Der Endkunde muss dadurch weder VET noch VTHO besitzen.
In der Regel weiß der Kunde nicht einmal, dass im Hintergrund eine Blockchain verwendet wird.
Seit dem Hayabusa-Upgrade verwendet VeChain Delegated Proof of Stake. Validatoren produzieren Blöcke und sichern das Netzwerk mit gestakten VET. Nutzer können ihre Coins über StarGate an Validatoren delegieren und dafür VTHO-Rewards erhalten.
Die nachfolgende Infografik zeigt, wie Vechain funktioniert: von einem physischen Produkt zur Speicherung auf der Blockchain.

Warum gibt es VET und VTHO?
VeChain verwendet ein Zwei-Token-System. VET ist der Hauptcoin des Netzwerks. Er wird für Staking, Governance und die wirtschaftliche Absicherung von VeChainThor benötigt.
VTHO beziehungsweise VeThor ist dagegen der Gas-Token. Transaktionen und Smart-Contract-Ausführungen verbrauchen VTHO.
VET
Hauptcoin für Staking, Governance und die wirtschaftliche Absicherung des Netzwerks.
VTHO
Gas-Token für Transaktionen und Smart-Contract-Ausführungen auf VeChainThor.
Die Trennung soll ein altes Blockchain-Problem lösen: Steigt bei Ethereum der ETH-Kurs oder die Netzwerknachfrage stark, können auch die Transaktionskosten massiv steigen.
VTHO wird deshalb getrennt von VET erzeugt und für Transaktionen verbraucht. Unternehmen können benötigtes VTHO erwerben, ohne große VET-Bestände kaufen zu müssen.
Eine steigende Unternehmensnutzung erzeugt zunächst direkte Nachfrage nach VTHO, aber nicht automatisch nach VET.
Welche Unternehmen arbeiten mit VeChain zusammen?
VeChain besitzt zahlreiche namhafte Partnerschaften. Seit 2018 arbeitete das Projekt unter anderem mit Walmart China, BMW, DNV, PwC, LVMH-nahen Luxusmarken, Bayer, BYD Auto und weiteren internationalen Unternehmen zusammen. VeChain selbst nennt Walmart China, BMW und DNV weiterhin als wichtigste Beispiele für die Adoption.
Walmart China
Der wichtigste reale Unternehmensnutzer ist Walmart China. Walmart startete 2019 gemeinsam mit VeChain und PwC eine Blockchain-Plattform für die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln.
Die ersten 23 Produktlinien wurden über VeChain ToolChain integriert. Kunden können per QR-Code Informationen über Herkunft und Lieferkette abrufen. VeChain führt Walmart auch 2026 ausdrücklich als langfristigen Nutzer des Netzwerks auf.
DNV und BMW
DNV, einer der weltweit größten Anbieter für Zertifizierung und Risikomanagement, nutzte VeChain für digitale Zertifikate, Audit-Daten und verschiedene kommerzielle Blockchain-Produkte.
BMW testete VeChain für die überprüfbare Herkunft und Historie von Fahrzeugdaten.
Neue Partnerschaften seit 2025
2025 kamen neue Namen hinzu. VeChain nennt Lululemon China als neuen Geschäftspartner. Gleichzeitig schloss das Netzwerk strategische Partnerschaften mit BitGo, Keyrock, Meria Finance und Franklin Templeton beziehungsweise Organisationen aus dem institutionellen Krypto- und Finanzsektor.
UFC und Dana White
Eine Sonderrolle spielt die UFC. VeChain ist seit 2022 globaler Blockchain-Partner der Organisation. 2025 wurde UFC-Präsident Dana White zusätzlich offizieller Berater von VeChain.
Über die VeBetter-App BYB versucht VeChain, UFC-Fans weltweit für Fitness- und Gesundheitsaktivitäten zu erreichen.
Wird VeChain real genutzt?
Ja. VeChain gehört zu den Blockchains, die real genutzt werden.
VeChain gibt an, seit 2015 mehr als 100 Unternehmensanwendungen umgesetzt und Hunderte Millionen Transaktionen für Geschäftskunden verarbeitet zu haben. Der größte Anwendungsfall ist inzwischen nicht mehr die Lieferkette, sondern VeBetter.
Das 2024 gestartete Ökosystem belohnt Nutzer für nachhaltige Aktivitäten wie die Verwendung wiederverwendbarer Kaffeebecher, gesündere Einkäufe, Müllsammeln oder umweltfreundlichere Mobilität.
Im April 2026 nannte VeChain 5,3 Millionen Nutzer, mehr als 50 aktive Anwendungen und über 50 Millionen verifizierte nachhaltige Aktionen. Die VeWorld-Wallet wurde laut VeChain mehr als fünf Millionen Mal heruntergeladen.
Zu den größten Anwendungen gehören Mugshot und GreenCart. BYB verbindet Fitnessaktivitäten mit der UFC, während Evearn nachhaltigere Mobilität mit Elektro- und Hybridfahrzeugen belohnt.
Digitale Produktpässe
Ein neuer Anwendungsfall sind die digitalen Produktpässe. VeChain arbeitet mit Rekord und dem Advanced Manufacturing Research Centre der University of Sheffield an einer Infrastruktur für die EU-Anforderungen an Digital Product Passports.
Bis Februar 2026 wurden nach Angaben von VeChain bereits mehr als 300.000 DPP-Ereignisse auf VeChainThor verarbeitet. Allein im Dezember 2025 hatte das System mehr als 100.000 Ereignisse zu verzeichnen.
VET-Tokenomics
Die maximale Menge ist fest auf 86.712.634.466 VET begrenzt. Laut der offiziellen VeChain-Dokumentation können keine neuen VET erzeugt werden. Damit unterscheidet sich VET von inflationären Proof-of-Stake-Coins mit dauerhaft steigender Tokenmenge.
Eine grundlegende Änderung gab es Ende 2025 mit dem Hayabusa-Upgrade. VET-Besitzer erzeugten früher automatisch VTHO, unabhängig davon, ob sie ihre Coins gestakt hatten.
Mit Hayabusa wird VTHO nicht mehr passiv für jeden VET-Besitzer erzeugt. Nur aktiv gestakte VET tragen zur VTHO-Emission bei und erhalten Rewards.
Laut VeChain sank dadurch die gesamte VTHO-Produktion um etwa 50 Prozent. Gleichzeitig werden inzwischen 100 Prozent des für Transaktionen verwendeten VTHO verbrannt. Vor Hayabusa wurde nur ein Teil der Gebühren dauerhaft aus dem Angebot entfernt.
Je stärker das Netzwerk genutzt wird, desto mehr VTHO wird damit vernichtet.
Anwendungen erzeugen Transaktionen, Transaktionen verbrennen VTHO und eine steigende VTHO-Nachfrage kann die Nachfrage nach VET-Staking erhöhen, wodurch das verfügbare Angebot reduziert wird. VET selbst wird allerdings nicht verbrannt. Auch ein automatischer Buyback-Mechanismus existiert nicht. Der VET-Kurs profitiert deshalb nur indirekt, wenn Anleger VET kaufen und staken, um an der VTHO-Erzeugung und Netzwerksicherheit teilzunehmen. Dieser Effekt dürfte eher gering sein.
Warum ist VET um mehr als 98 Prozent gefallen?
VET erreichte im April 2021 ein Allzeithoch von rund 0,28 US-Dollar. Im Juli 2026 kostete der Coin nur noch ungefähr 0,005 US-Dollar und liegt damit mehr als 98 Prozent unter seinem Rekordhoch.
Der Absturz ist nicht damit zu begründen, dass VeChain eine „Ghost Chain“ oder technisch gescheitert ist.
Vielmehr ist der Enterprise-Blockchain-Hype von 2021 als einer der wichtigsten Gründe anzusehen. Im Bullenmarkt von 2021 wurden Kooperationen mit Walmart, BMW, DNV, PwC oder LVMH-nahen Unternehmen so bewertet, als stehe VeChain vor einer weltweiten Massenadoption.
Dieser Hype erfüllte sich nicht. Viele große Unternehmen testeten die Blockchain-Technologie, aber nur aus einem kleinen Teil der Pilotprojekte entwickelte sich eine dauerhaft Nutzung.
Hinzu kam das alte VTHO-Modell. Milliarden VET erzeugten unabhängig von ihrer tatsächlichen Nutzung kontinuierlich neue VTHO. Gleichzeitig müssen Unternehmen für ihre Transaktionen nicht zwangsläufig VET kaufen.
Auch der Kryptomarkt änderte sich. Während VeChain von 2017 bis 2021 zu den bekanntesten „Supply-Chain-Coins“ gehörte, verlagerte sich das Kapital später zu DeFi, NFTs, Layer-2-Netzwerken, Memecoins und zuletzt KI- sowie RWA-Projekten.
Was kommt 2026 für VeChain?
Technisch hat VeChain eines seiner größten Upgrades mit Hayabusa bereits umgesetzt.
Die dritte Phase der Renaissance-Roadmap soll VeChain stärker mit Ethereum und anderen EVM-Netzwerken verbinden, die Entwicklerwerkzeuge verbessern und Cross-Chain-Anwendungen ermöglichen.
2026 setzt VeChain zusätzlich stark auf künstliche Intelligenz. Mit AgentSuite will das Projekt einen Marktplatz schaffen, auf dem Nutzer KI-Agenten erstellen, anbieten und bezahlen können.
Identitäten, Transaktionen und die Historie der Agenten sollen über VeChainThor überprüfbar werden. VeChain stellte AgentSuite am 9. Juli 2026 öffentlich vor.
Für den VET-Kurs dürften zudem VeBetter und die Entwicklung digitaler Produktpässe wichtig werden.
Sollte man VeChain jetzt noch kaufen?
VeChain gehört zu den wenigen Altcoins aus dem Zyklus 2017, die noch immer eine aktive Blockchain besitzen.
Die Partnerliste ist beeindruckend, darf jedoch nicht falsch interpretiert werden. Eine Partnerschaft mit BMW, PwC oder UFC bedeutet nicht automatisch, dass Milliarden von Transaktionen über VeChain abgewickelt werden. Viele Kooperationen waren und sind Pilotprojekte oder Marketingpartnerschaften.
Zwar sind die Tokenomics heute deutlich besser als noch 2021. Das VET-Angebot ist fest begrenzt, nahezu vollständig im Umlauf und das neue VTHO-System fördert das VET-Staking. Dennoch ist VET ein schwieriges Investment.
Unsere Einschätzung
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass reale Blockchain-Nutzung nicht automatisch zu steigenden Kursen führt. Unternehmen benötigen vor allem VTHO für Transaktionen und können Gebühren für ihre Kunden übernehmen. Ein direkter Zwang, große VET-Bestände zu kaufen, existiert nicht.
Häufige Fragen zu VeChain
Zum Abschluss beantworten wir weitere häufige Fragen rund um VeChainThor, VET, VTHO und die technische Nutzung des Netzwerks. Klicke einfach auf die Fragen, um dir die Antworten anzeigen zu lassen.
Ist VeChain mit Ethereum kompatibel?
VeChainThor unterstützt die Ethereum Virtual Machine und Solidity. Entwickler können dadurch Smart Contracts mit vielen bekannten Ethereum-Werkzeugen entwickeln. VeChain ist jedoch keine Ethereum-Sidechain oder Layer-2-Lösung, sondern eine eigenständige Layer-1-Blockchain.
Was sind Multi-Task Transactions?
Eine VeChainThor-Transaktion kann mehrere sogenannte Clauses enthalten. Dadurch lassen sich mehrere Aktionen in einer einzigen Transaktion bündeln, beispielsweise verschiedene Token-Transfers oder Smart-Contract-Aufrufe. Alle enthaltenen Aktionen werden gemeinsam ausgeführt.
Kann eine VeChain-Transaktion rückgängig gemacht werden?
Eine bestätigte Blockchain-Transaktion kann grundsätzlich nicht nachträglich rückgängig gemacht werden. Nutzer sollten deshalb Empfängeradresse und Netzwerk vor einer Überweisung sorgfältig prüfen. Bei Anwendungen mit zentral verwalteten Token können Emittenten allerdings zusätzliche Kontrollfunktionen in ihre Smart Contracts integrieren.
Was ist VeWorld?
VeWorld ist eine Wallet für das VeChain-Ökosystem. Nutzer können damit VET und VeChain-basierte Token verwalten, mit dezentralen Anwendungen interagieren und auf Staking-Funktionen zugreifen. VeWorld ist unter anderem als mobile Wallet und Browser-Erweiterung verfügbar.
Was ist VeChain ToolChain?
ToolChain ist eine Blockchain-as-a-Service-Lösung für Unternehmen. Sie soll es Firmen ermöglichen, VeChain-Anwendungen für Rückverfolgbarkeit und Produktdaten einzusetzen, ohne selbst die vollständige technische Blockchain-Infrastruktur entwickeln zu müssen.
Können falsche Produktdaten auf VeChain gespeichert werden?
Ja. Eine Blockchain kann beweisen, dass bestimmte Daten zu einem bestimmten Zeitpunkt gespeichert wurden. Sie kann jedoch nicht automatisch überprüfen, ob die ursprünglichen Informationen wahr sind.
Was sind X-Nodes bei VeChain?
X-Nodes gehen auf die frühe Phase des VeChain-Netzwerks zurück. Sie wurden an Nutzer vergeben, die zu bestimmten Stichtagen größere VET-Bestände hielten und die jeweiligen Bedingungen erfüllten. Ihre Anzahl ist begrenzt. Je nach aktuellem Netzwerkmodell können mit ihnen besondere wirtschaftliche oder Community-Vorteile verbunden sein.
Können Unternehmen private Daten über VeChain nutzen?
Unternehmen müssen sensible Geschäftsdaten nicht vollständig öffentlich auf der Blockchain speichern. Häufig werden nur Prüfsummen, Referenzen oder kryptografische Nachweise auf VeChainThor verankert, während die eigentlichen Daten in externen Systemen verbleiben.
Was ist StarGate bei VeChain?
StarGate ist die Staking-Infrastruktur von VeChain. Nutzer können VET innerhalb des neuen Delegated-Proof-of-Stake-Modells Validatoren zuordnen. Dabei wird die Beteiligung am Netzwerk mit VTHO-Rewards verbunden.
Ist VeChain dezentralisiert?
VeChain ist eine öffentliche Blockchain, verfolgt aber traditionell einen stärker unternehmensorientierten Governance-Ansatz als Bitcoin oder Ethereum. Der Wechsel zu Delegated Proof of Stake soll die Beteiligung am Konsens erweitern. Wie dezentral VeChain bewertet wird, hängt deshalb auch davon ab, ob man technische Offenheit, Validatorenverteilung oder Governance betrachtet.

