• In der Aave-Community sorgt eine geplante Finanzierung in Höhe von 50 Millionen US-Dollar für eine kontroverse Governance-Debatte.
  • Im Zentrum der Kritik steht die Rolle des Aave Chan Initiative (ACI) und ihres Gründers Marc Zeller bei Struktur, Umfang und Anreizsetzung.

In der Aave-DAO wird gerade nicht über Zinsen gestritten, sondern über Macht und Geld. Ein Funding-Vorhaben im Volumen von 50 Millionen US-Dollar hat eine Kontroverse ausgelöst, die sich zunehmend an der Aave Chan Initiative (ACI) und ihrem Gründer Marc Zeller festmacht.

50 Millionen als Test für Governance-Design

Große Budgets sind in DeFi keine Seltenheit, aber sie legen die Sollbruchstellen offen. Bei Aave geht es in der Debatte vor allem um die Frage, wie Mittelvergabe legitimiert wird, wer die Ausführung kontrolliert und wie transparent die Ziele eigentlich sind.

Kritische Stimmen sehen das Risiko, dass ein großer Funding-Block zu viel Einfluss in einer Hand bündeln könnte, selbst wenn formell DAO-Prozesse eingehalten werden.

Befürworter argumentieren typischerweise, dass Protokolle in einem kompetitiven Markt nicht mit Kleingeld operieren können. Audits, Produktentwicklung, Business Development, rechtliche Arbeit, all das kostet. Das ist die sachliche Ebene. Die politische Ebene ist weniger angenehm: Welche Partei profitiert strukturell, welche Rollen werden bezahlt, und wer schreibt die Regeln der Auszahlung.

Marc Zeller und ACI im Fokus der Vorwürfe

Dass die Diskussion so personalisiert wirkt, liegt daran, dass ACI seit Jahren eine zentrale Governance-Rolle bei Aave spielt. Marc Zeller ist in der Community sichtbar, aktiv, und damit automatisch Angriffspunkt, wenn es um Interessenkonflikte, Mandate und Governance-Macht geht.

Kritiker stellen Fragen nach Unabhängigkeit, nach Checks-and-Balances und nach der Trennung zwischen „Moderation“ des Governance-Prozesses und direkter wirtschaftlicher Beteiligung.

Noch ist offen, wie das Funding am Ende strukturiert wird und ob Parameter angepasst werden. In Aave-DAOs kippen solche Debatten selten an einem Argument, sondern an Details: Milestones, Reporting, Vesting, Kündigungsrechte, und wer am Ende die Schlüssel zu den Budgets hält.