- Aave Labs legt die Dachmarke Avara still und stellt die iOS-Wallet Family ein, um Branding und Produktfokus zu vereinfachen.
- Gründer Stani Kulechov sagt, Mass-Onboarding brauche eher zweckgebundene Erfahrungen wie Sparprodukte als eine offene Allzweck-Wallet.
Aave zieht die Linie wieder enger um sein Kerngeschäft. Aave Labs beendet die „Umbrella Brand“ Avara und fährt damit ein Konstrukt zurück, das zuletzt mehrere Projekte unter einem gemeinsamen Dach bündeln sollte.
Aave-Gründer und CEO Stani Kulechov schrieb am Dienstag, Avara sei „nicht mehr erforderlich“, während man sich darauf konzentriere, Aave breiter in den Markt zu bringen. Die Botschaft ist eindeutig, weniger Markenarchitektur, mehr DeFi.
Mit dem Schritt verschwindet auch ein konkretes Produkt. Die iOS-basierte Family Wallet wird eingestellt. Kulechov begründet das mit einem Learning, das in vielen Krypto-Teams irgendwann auftaucht, nur selten so offen. Wer Millionen Nutzer onboarden will, braucht zweckgebundene Erlebnisse, etwa Sparen, statt einer generischen Wallet, die alles kann und am Ende für viele nichts wirklich löst.
Family Wallet wird eingestellt, Lens bereits ausgelagert
Die Avara-Struktur umfasste neben Family auch Projekte, die Aave in den vergangenen Jahren in die Nähe von Consumer-Krypto und Social bringen sollten. Lens gehörte zeitweise dazu, wurde aber zuletzt in eine andere Richtung übergeben. Aave hatte die Stewardship von Lens im vergangenen Monat an Mask Network abgegeben. Kulechov sagte damals, Aaves Rolle solle auf eine beratende Funktion reduziert werden, damit das Team sich wieder stärker auf DeFi konzentrieren kann.
Das ist nicht nur eine organisatorische Verschiebung, sondern auch ein Ressourcen-Statement. Consumer-Produkte fressen Zeit, Support, UX-Iteration, Compliance-Details. Lending-Protokolle fressen andere Dinge, Risiko-Management, Liquidität, Governance, Integrationen. Beides gleichzeitig auf Spitzenniveau zu betreiben, ist schwer, selbst für die bekannteren Namen.
Aave bleibt damit klar bei seinem Flaggschiff, dem Lending-Protokoll. Der Versuch, über eine Dachmarke eine breitere Produktfamilie aufzubauen, wird zurückgedreht. Das kann man als Vereinfachung lesen, aber auch als Eingeständnis, dass Branding nicht das Problem war. Der Engpass liegt eher darin, dass „Wallet“ als Einstieg für viele Nutzer zu abstrakt ist. Sparen, Leihen, Rendite, diese Begriffe sind greifbarer, gerade außerhalb der Krypto-Bubble.





