• Der Vorschlag „Aave Will Win“ hat den ersten formalen Abstimmungsschritt bei Aave mit 52,58 Prozent Zustimmung bestanden.
  • Das knappe Ergebnis zeigt, dass die DAO bei Finanzierung, Einnahmen und Machtverteilung klar gespalten bleibt.

Aave hat den ersten Schritt für einen der derzeit wichtigsten Governance-Vorstöße geschafft. Der Vorschlag „Aave Will Win“ hat den sogenannten Temp Check bestanden und ist damit formal eine Runde weiter.

Knappe Mehrheit bringt den Vorschlag in die nächste Runde

Die Offchain-Abstimmung auf Snapshot endete am Sonntag mit 52,58 Prozent Zustimmung. 42 Prozent stimmten dagegen, weitere 5,42 Prozent enthielten sich. Das reicht aus, um den Vorschlag in die Phase des Aave Request for Final Comment zu schieben. Dort kann der Text noch verändert, präzisiert oder auch politisch nachgeschärft werden, bevor es überhaupt zu einer bindenden Onchain-Abstimmung kommt.

Gerade diese Zwischenstufe ist wichtig, weil das Ergebnis eben nicht nach breitem Konsens aussieht. Im Gegenteil. Die Mehrheit steht, aber sie ist schmal. Für ein Protokoll dieser Größe ist das oft das deutlichere Signal als ein bloßes Ja oder Nein. Die Richtung stimmt, die Basis ist trotzdem nicht geschlossen.

42,5 Millionen Stablecoins und 75.000 AAVE stehen im Raum

Inhaltlich geht es um ein ziemlich großes Paket. Der Rahmen sieht vor, dass Tokenhalter bis zu 42,5 Millionen Dollar in Stablecoins sowie 75.000 AAVE-Token für Aave Labs freigeben. Im Gegenzug soll Aave Labs unter einem DAO-finanzierten Betriebsmodell arbeiten und sämtliche Einnahmen aus Aave-gebrandeten Produkten vollständig an die Treasury der Aave DAO leiten.

Das ist mehr als eine reine Budgetfrage. Im Kern verhandelt Aave damit seine eigene Struktur neu. Wer finanziert die operative Weiterentwicklung, wer kontrolliert den Ressourceneinsatz und wie eng werden Produktumsätze an die DAO zurückgebunden. Genau an diesen Punkten verläuft offenbar auch die Bruchlinie innerhalb der Governance.

Dass der Vorschlag die erste Hürde genommen hat, schafft Bewegung. Das knappe Votum zeigt aber ebenso, dass der eigentliche Streit jetzt erst richtig sichtbar wird.