• Animoca Brands übernimmt den Collectibles- und Gaming-Anbieter Somo und will dessen spielbare, streambare und handelbare Sammlerstücke in das eigene Web3-Portfolio integrieren.
  • Der Deal fällt in eine Phase, in der der NFT-Markt Anfang 2026 wieder anzieht und die Marktkapitalisierung in den ersten zwei Wochen des Jahres um rund 20 Prozent gestiegen ist.

Animoca Brands baut seine Wette auf digitale Sammlerstücke aus. Der Web3-Investor und -Betreiber hat die Gaming- und Collectibles-Firma Somo übernommen und will damit sein Entertainment-Portfolio erweitern. Somo bringt nach Unternehmensangaben spielbare, streambare und handelbare Collectibles mit, also ein Format, das näher an Games und Creator-Ökonomie sitzt als an klassischen „JPEG-NFTs“.

Integration in Animocas Ökosystem, Fokus auf Distribution

Animoca sagt, Somo werde in das breitere Web3-Ökosystem integriert. Geplant sind Cross-Promotion, gemeinsame Infrastruktur und die Nutzung des Partnernetzwerks, um die Marke schneller zu skalieren. Das ist inhaltlich typisch für Animoca: weniger ein einzelnes Produkt, mehr ein Verbund aus Plattformen, Communities und IP, die sich gegenseitig Traffic zuspielen.

Yat Siu, Co-Founder und Executive Chairman, beschreibt Somo als „kulturelles Betriebssystem“ für Collectibles. Hinter dem Satz steckt eine klare Strategie: Collectibles sollen nicht nur gesammelt, sondern genutzt werden, als Zugang, als Status, als In-Game-Asset, als Content-Baustein. Dafür braucht es Distribution. Und genau die kann Animoca liefern, zumindest in der Theorie, über sein Netz aus Spielen, Projekten und Partnern.

NFT-Markt zeigt frühe 2026-Momentum, aber ohne alte Euphorie

Der Deal kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der NFT-Markt wieder etwas Luft holt. In den ersten zwei Wochen 2026 stieg die Marktkapitalisierung laut den genannten Marktdaten um rund 20 Prozent. Das ist kein Rückfall in die 2021er-Euphorie, aber ein Hinweis darauf, dass Risikoappetit und Liquidität zurückkehren, zumindest selektiv.

Animocas Timing wirkt daher bewusst. Wenn das Marktumfeld dreht, werden Akquisitionen billiger und strategischer, weil weniger jeder Asset-Preis von Hype dominiert ist. Gleichzeitig bleibt der Markt fragil. Ein 20-Prozent-Anstieg kann genauso schnell wieder verschwinden, wenn Volumen wegbricht oder neue Narrative die Aufmerksamkeit ziehen.

Mit Somo kauft Animoca nicht nur IP, sondern ein Format, das NFTs in eine aktivere Nutzung drückt. Ob das reicht, um aus „Rebound“ einen nachhaltigen Trend zu machen, hängt am Ende weniger am Deal selbst als daran, ob Nutzer Collectibles wieder als Produkt erleben, nicht nur als Ticket zum nächsten Flip.