- Ein Gericht in Buenos Aires hat eine landesweite Sperre von Polymarket angeordnet und ENACOM mit der Umsetzung über Internetprovider beauftragt.
- Google und Apple sollen die App für argentinische Nutzer entfernen, weil die Plattform als nicht lizenzierter Online-Glücksspielanbieter eingestuft wurde.
Argentinien zieht den Stecker für Polymarket. Ein Gericht in Buenos Aires hat eine nationale Blockade der krypto-basierten Prognosemarkt-Plattform angeordnet und die Entfernung der App aus den gängigen Stores für Nutzer im Land veranlasst.
Gericht ordnet ISP-Sperre und App-Delisting an
Nach der gerichtlichen Anordnung soll der Telekomregulator ENACOM dafür sorgen, dass Internetanbieter den Zugang zu Polymarket beschränken.
Parallel wurden Google und Apple angewiesen, die Anwendung aus ihren App-Stores zu entfernen oder zumindest für argentinische Nutzer nicht mehr anzubieten. Das Vorgehen zielt damit nicht nur auf Webseitenzugriffe, sondern auf die komplette Verbreitung über die üblichen mobilen Kanäle.
Die Behörden begründen das mit der Einstufung, Polymarket operiere faktisch als Online-Glücksspiel, jedoch ohne die dafür notwendige Lizenz. In Argentinien ist das regulatorisch kein Detail. Glücksspiel ist stark über lokale Zuständigkeiten und Konzessionen organisiert, und genau dort setzt der Vorwurf an.
Ausgelöst wurde das Verfahren durch eine Beschwerde der Buenos Aires City Lottery, LOTBA. Die Stadtlotterie argumentierte demnach, Polymarket falle unter Glücksspielangebote, die in ihrer Zuständigkeit lizenzpflichtig sind. Das Gericht folgte dieser Logik und ordnete die Zugangsbeschränkungen an.
Zweiter Komplett-Stopp in Lateinamerika nach Kolumbien
Mit der Entscheidung wird Argentinien zum zweiten Land in Lateinamerika, das Polymarket vollständig einschränkt, nach Kolumbien. Das ist relevant, weil die Plattform auf Prognosemärkte setzt, die oft zwischen Finanzprodukt, Wette und Informationsmarkt gelesen werden. Welche Schublade am Ende gilt, ist je nach Land sehr unterschiedlich.
Für Polymarket bedeutet die argentinische Entscheidung vor allem eines: Der Marktzugang kann über Regulierungs- und App-Store-Kanäle schnell gekappt werden, auch ohne dass die zugrunde liegende Blockchain-Infrastruktur selbst „abgeschaltet“ werden müsste.







