• Coinbase-CEO Brian Armstrong sagt, er wolle die Arbeit am US-Krypto-Marktstrukturgesetz diese Woche am WEF in Davos fortsetzen und dort auch mit Bankchefs sprechen.
  • Im Fokus stehen offenbar offene Streitpunkte rund um Stablecoins, Armstrong will die Gespräche anschließend an Senat und Regierung zurückspiegeln.

Brian Armstrong verlagert die Krypto-Lobbyarbeit nach Davos. Der Coinbase-CEO sagte in einem Video auf X, er werde diese Woche beim World Economic Forum weiter an der US-Marktstrukturgesetzgebung arbeiten. Konkret will Armstrong Gespräche mit Bankchefs führen, um verbleibende Lücken zu schließen. Sein Ziel sei ein „win-win“, und er kündigte an, Ergebnisse anschließend an Senat und Administration zu übermitteln.

Davos als Verhandlungsraum, nicht als Bühne

Davos ist für Krypto selten der Ort, an dem Deals finalisiert werden, aber es ist der Ort, an dem die richtigen Menschen gleichzeitig im selben Korridor stehen. Armstrong nutzt das offenkundig. Wenn sich in Washington ein Gesetz verhakt, passiert die Entspannung oft nicht im Ausschussraum, sondern in informellen Gesprächen, in denen Banken, Börsen und Politik die Reibungspunkte eingrenzen.

Armstrong sagt, Coinbase bleibe aktiv an dem Gesetz dran und spreche direkt mit Bank-CEOs. Das ist bemerkenswert, weil die Konfliktlinie bei Market Structure zunehmend nicht mehr „Krypto gegen Regulator“ ist, sondern „Krypto gegen Bankinteressen“ an bestimmten Stellen.

Stablecoins als Knackpunkt: Level Playing Field oder Schutzwall

Armstrong stellte Stablecoins in den Mittelpunkt. Sie sollten Chancen für Krypto-Unternehmen und traditionelle Banken eröffnen, auf einem „level playing field“. Übersetzt heißt das: keine Regeln, die Stablecoin-Emittenten oder Krypto-Plattformen so stark einschränken, dass Banken faktisch die einzige skalierbare Auszahlungs- und Dollar-Schiene bleiben.

Gleichzeitig ist klar, warum Banken nervös sind. Stablecoins sind Dollar-ähnliche Instrumente, die im Alltag Zahlungen, Treasury und Liquidität berühren. Wer hier den Zugang kontrolliert, kontrolliert einen Teil der Wertschöpfung.

Armstrong will die Davos-Gespräche zurück nach Washington tragen. Das ist die klassische Taktik, erst die wirtschaftlichen Stakeholder auf einen Minimalkompromiss bringen, dann die politische Maschine füttern. Ob es gelingt, hängt davon ab, wie groß die verbleibenden Differenzen sind, besonders bei Fragen wie Stablecoin-Yield, Custody und Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC.

Armstrongs Botschaft ist jedenfalls klar: Das Gesetz wird nicht im Vakuum geschrieben. Es wird zwischen Krypto und Banken ausgehandelt, und Davos ist diese Woche ein Teil davon.