• US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten laut SoSoValue in der vergangenen Woche Nettozuflüsse von rund 1,42 Mrd. US-Dollar, der stärkste Wochenwert seit dem Oktober-Einbruch.
  • Die Zuflüsse treffen auf ein Marktumfeld, das zugleich wieder mehr Gegenwind spürt, was den Unterschied zwischen ETF-Nachfrage und kurzfristigem Sentiment sichtbar macht.

Bitcoin-ETFs haben die beste Woche seit dem Oktober-Crash hingelegt, auch wenn der Markt gerade wieder rauer wird. Laut SoSoValue flossen in der vergangenen Woche netto rund 1,42 Milliarden US-Dollar in die US-Spot-Bitcoin-ETFs. Das ist der höchste Wochenwert seit Oktober und baut auf dem frühen Momentum auf, das Krypto zum Jahresstart 2026 zeitweise gezeigt hatte.

ETF-Zuflüsse bleiben stark, während der Markt nervöser wird

Die Zahl ist bemerkenswert, weil sie nicht in ein eindeutig „bullishes“ Umfeld fällt. In den letzten Tagen hat sich der Ton am Markt eher abgekühlt.

Risikoassets werden wieder stärker an Makro- und Politikschlagzeilen gekoppelt, die Volatilität nimmt zu, und in Derivaten sieht man schneller Positionierung als Überzeugung. Genau in so einer Lage sind ETF-Flows ein nützlicher Indikator, weil sie oft weniger impulsiv sind als Perps oder Optionsmärkte.

Ein Wochenzufluss von 1,42 Milliarden bedeutet nicht automatisch, dass der Preis sofort nachzieht. Aber er zeigt, dass die Nachfrage über regulierte Vehikel weiter da ist. Für viele institutionelle Allokationen sind ETFs schlicht die sauberste Hülle. Wenn Kapital reinkommt, passiert es dort.

Warum der Oktober-Vergleich zählt

Der Verweis auf Oktober ist nicht nur eine Timeline, sondern ein Stimmungsanker. In Phasen, in denen der Markt unter Druck stand, waren ETF-Zuflüsse oft der Faktor, der einen Boden mitgebaut hat. Wenn jetzt wieder ein Wochenwert erreicht wird, der seit dem Crash nicht mehr gesehen wurde, ist das mindestens ein Hinweis darauf, dass Käufer bereit sind, größere Beträge zu parken, auch wenn kurzfristig Gegenwind herrscht.

Die Frage für die nächsten Wochen ist weniger, ob ETF-Zuflüsse „gut“ sind, sondern wie stabil sie bleiben. Wenn die Flows anhalten, während Derivate schwanken, kann das den Markt ruhiger machen. Wenn sie dagegen schnell drehen, wird der Gegenwind spürbarer.

Der Markt bekommt gerade beides auf dem Tisch: starke Zuflüsse und neue Bearish-Signale. Das ist oft der Moment, in dem die Richtung nicht durch eine Zahl entschieden wird, sondern durch das Zusammenspiel aus Liquidität, Timing und Geduld.