- Das Bitcoin Policy Institute will eine öffentliche Stellungnahme zu Basels geplanter Krypto-Behandlung einreichen und nimmt damit direkten Einfluss auf die US-Umsetzung.
- Die Gruppe kritisiert den Ansatz als „toxisch“ und warnt vor einer Kapitalunterlegung, die Bitcoin in Bankenbilanzen praktisch unattraktiv machen könnte.
Eine Bitcoin-nahe Interessengruppe bereitet sich auf den nächsten Regulierungsstreit vor, diesmal nicht in Washington, sondern mit Blick nach Basel.
Das Bitcoin Policy Institute, kurz BPI, kündigte an, die aktuelle Basel-Diskussion zur Behandlung von Kryptowährungen im Bankenkapital eng zu begleiten und eine öffentliche Stellungnahme einzureichen.
Kapitalregeln sind der stille Hebel für Adoption
Für Banken ist die Frage nicht, ob Bitcoin „spannend“ ist, sondern wie teuer er in der Bilanz wird. Basel-Standards wirken genau dort. Sie definieren, wie viel Eigenkapital für bestimmte Risiken hinterlegt werden muss.
Wenn die Anforderungen zu hoch ausfallen, wird ein Asset nicht verboten, aber faktisch unattraktiv. Das ist der Unterschied zwischen politischer Debatte und Bilanzrealität.
BPI spricht von einer „toxischen“ Behandlung von Kryptowährungen. Das klingt nach Rhetorik, zielt aber auf ein konkretes Ergebnis: Bitcoin soll aus Sicht der Gruppe nicht so eingestuft werden, dass Banken für moderate Exposures unverhältnismäßig viel Kapital binden müssen.
Der Managing Director Conner Brown schrieb, man werde den Vorschlag eng prüfen und eine öffentliche Kommentierung einreichen, um sicherzustellen, dass US-Regulierer „Bitcoins Treatment“ richtig setzen.
Der Kampf läuft über Kommentare, nicht über Tweets
Der entscheidende Punkt ist das Verfahren. Basel ist keine US-Behörde, aber die Standards prägen nationale Regeln. Wer früh in den Kommentarprozess geht, kann Formulierungen beeinflussen, bevor sie in nationale Umsetzungen gegossen werden. Genau darauf setzt BPI.
Für den Markt ist das Thema trocken, aber relevant. Wenn Banken Bitcoin halten oder verwahren sollen, hängt viel an den Eigenkapitalkosten. Wenn diese Kosten hoch bleiben, wandert Aktivität in Nichtbanken, Broker und Krypto-Plattformen. Wenn sie sinken, wird das Bankensystem als Infrastrukturpartner wahrscheinlicher.






