- Ein Bundesrichter in Tennessee hat den Behörden vorerst untersagt, gegen Kalshi vorzugehen, bis über eine einstweilige Verfügung entschieden ist.
- Das Gericht sieht drohenden „irreparablen Schaden“ für Kalshi und hält es für wahrscheinlich, dass das Unternehmen im Kern seiner Ansprüche Erfolg haben könnte.
Tennessees Versuch, Prediction Markets über das Sportwettenrecht einzufangen, stößt auf juristischen Widerstand. Am Montag hat Bundesrichterin Aleta Trauger eine Temporary Restraining Order erlassen, die staatliche Maßnahmen gegen Kalshi vorerst blockiert. Gleichzeitig setzte sie eine Anhörung an, in der über Kalshis Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen die Tennessee-Regulierer entschieden werden soll.
Gericht sieht „irreparablen Schaden“ und Erfolgsaussichten für Kalshi
Trauger begründeten den Schritt ungewöhnlich deutlich. Kalshi werde durch das Vorgehen der Behörde voraussichtlich einen irreparablen Schaden und Verluste erleiden. Außerdem sei das Unternehmen wahrscheinlich erfolgreich „on the merits“, also in der Sache selbst, und seine Rechte könnten verletzt werden, wenn die Regulierer nicht gebremst würden.
Das ist nicht das finale Urteil, aber ein klares Signal, dass das Gericht die Klage nicht als reine Verzögerungstaktik betrachtet.
Für Kalshi ist das kurzfristig entscheidend. Prediction Markets leben von Kontinuität und Vertrauen in die Handelbarkeit ihrer Kontrakte. Wenn ein Bundesstaat abrupt abschneidet, wirkt das sofort auf Liquidität, Market Making und Nutzeraktivität. Ein TRO schafft hier zumindest Luft, bis der Streit in geordneten Bahnen verhandelt wird.
Konfliktlinie: Sportwettenlizenz vs. Finanzmarkt-Logik
Auslöser waren Unterlassungsschreiben der Tennessee Sports Wagering Council vom Freitag. Die Behörde hatte Kalshi, Polymarket und Crypto.com angewiesen, Sport-Event-Contracts für Einwohner des Bundesstaats zu stoppen, mit dem Vorwurf, unerlaubte Sportwetten ohne Lizenz anzubieten. Kalshi klagte und argumentiert im Kern, dass seine Kontrakte nicht schlicht Sportwetten seien, sondern in eine andere regulatorische Kategorie fallen.
Genau diese Abgrenzung ist der zentrale Kampf. Wenn ein Nutzer auf den Ausgang eines Spiels setzt, wirkt das wie Wette. Wenn das Instrument als finanzieller Kontrakt strukturiert ist, entsteht die Frage, ob staatliche Sportwettenregeln das letzte Wort haben oder ob eine bundesrechtliche Einordnung greift. Der TRO verschiebt die Machtfrage nicht dauerhaft, aber er zeigt, dass der Fall nicht im Schnellverfahren zugunsten der Aufsicht durchgewunken wird.
Die nächste Runde wird in der Anhörung gespielt. Und sie dürfte über Tennessee hinaus gelesen werden, weil ähnliche Konflikte in anderen Staaten schnell folgen könnten.






