- Vitalik Buterin skizziert „native DVT“ als Konzept, bei dem ein Validator mehrere unabhängige Schlüssel registriert, die gemeinsam wie eine Validator-Identität agieren.
- Block-Proposals und Attestations sollen nur gelten, wenn eine Schwelle an Signaturen erreicht wird, um Single-Point-Failures zu reduzieren und gleichzeitig Slashing-Disziplin zu behalten.
Vitalik Buterin denkt das Ethereum-Staking weiter in Richtung Ausfallsicherheit. In einem Beitrag im Ethereum-Research-Forum beschreibt der Mitgründer ein Design für „native DVT“, also Distributed Validator Technology direkt auf Protokollebene. Der Kern: Ein Validator könnte mehrere unabhängige Keys registrieren, die gemeinsam als eine gruppierte Validator-Identität auftreten.
Threshold statt Single Key: Validatoren sollen weiterlaufen, auch wenn ein Node ausfällt
In Buterins Modell würden Aktionen wie Block-Proposals oder Attestations nur dann als gültig gelten, wenn eine definierte Schwelle an beteiligten Identitäten signiert. Das Ziel ist offensichtlich. Heute hängt ein Validator oft an einem einzelnen Node oder Setup. Wenn das System ausfällt oder kompromittiert wird, ist der Validator offline, im besten Fall nur ohne Rewards, im schlechten Fall mit Penalties.
DVT verschiebt dieses Risiko. Wenn ein Teil der beteiligten Nodes ausfällt, kann der Validator trotzdem korrekt weiterarbeiten, solange die erforderliche Signatur-Mehrheit erreicht wird. Buterin formuliert es als „stake without fully relying on one single node“. In seiner Beschreibung bleibt der Validator funktionsfähig, solange mehr als zwei Drittel der Nodes ehrlich sind.
Slashing und Governance: Sicherheit ja, aber nur mit sauberer Parametrisierung
Der zweite Teil ist weniger sexy, aber entscheidend: Slashing muss weiterhin wirken. DVT darf nicht dazu führen, dass Verantwortung verwässert oder dass man durch Multi-Node-Designs praktisch „unkaputtbar“ wird, selbst wenn falsches Verhalten passiert.
Buterin betont, dass Slashing-Schutz unter korrekten Threshold-Einstellungen erhalten bleiben soll. Übersetzt heißt das: Die Parameter müssen so gesetzt werden, dass die Gruppe nicht gleichzeitig Resilienz bekommt und Anreize verliert, sauber zu signieren.
Für die Dezentralisierung könnte native DVT interessant sein, weil es kleinere Staker und Operatoren technisch entlastet. Heute führt das Sicherheitsbedürfnis oft dazu, dass Staker sich großen Operatoren anschließen, weil sie Ausfallsicherheit und Betriebskompetenz bündeln. Wenn DVT nativ wird, könnten mehr Staker mehrere unabhängige Setups kombinieren, ohne dass alles an einem Dienst hängt.
Es ist vorerst ein Vorschlag, keine Implementierung. Aber der Impuls ist klar: Ethereum versucht, Staking nicht nur größer, sondern auch robuster zu machen, ohne dass „Sicherheit“ automatisch „mehr Zentralisierung“ bedeutet.






