• Vitalik Buterin schlägt Creator-Tokens vor, die über kuratierte Creator-DAOs und Prognosemärkte gesteuert werden sollen.
  • Das Modell zielt darauf, Qualitätsanreize zu setzen, während AI-generierte Masseninhalte bestehende Plattformen unter Druck setzen.

Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin will Creator-Tokens aus der Ecke des bloßen Fan-Merchs holen und ihnen wieder eine ökonomische Logik geben. In einem Beitrag auf X skizzierte er am Sonntag ein Modell, das zwei Werkzeuge kombiniert, die Krypto längst kennt, DAOs für Auswahl und Governance, Prognosemärkte für Preisfindung und Anreize.

Creator-Tokens, manchmal auch Content-Coins genannt, versprechen Fans einen Anteil am Erfolg eines Creators, in Form von Zugang, Rechtepaketen oder im Extremfall sogar royalty-ähnlichen Ausschüttungen. In der Praxis, so Buterins Kritik, belohnen viele bestehende Systeme eher Output als Substanz. Und jetzt wird die alte Schwäche von einer neuen Welle verstärkt, AI-Content macht Masse billiger, schneller und schwerer zu filtern.

DAO-Kuration als Nadelöhr für Qualität

Buterins Idee setzt auf kuratierte Creator-DAOs. Content Creator würden eigene Tokens ausgeben und sich dann bei solchen DAOs bewerben. Die DAO-Mitglieder entscheiden, welche Inhalte oder welche Creator aufgenommen werden. Das klingt nach Gatekeeping, ist aber im Kern ein Versuch, Qualität als knappe Ressource zu definieren. Nicht jeder Post, nicht jedes Video, nicht jeder Thread soll automatisch in ein Token-Narrativ übersetzt werden.

Wer aufgenommen wird, bekommt ein Signal, das über Likes hinausgeht. Und, entscheidend, ein Mechanismus, der auch finanzielle Konsequenzen hat.

Prognosemärkte für Admission und Preisfindung

Der zweite Baustein sind Prediction-Markets. Spekulanten könnten darauf wetten, welche Creator oder Inhalte es durch das DAO-Nadelöhr schaffen. Wer die Aufnahme richtig vorhersagt, verdient. Das ist die nüchterne Logik dahinter, Kuration wird nicht nur als „Geschmack“ behandelt, sondern als Informationsproblem, bei dem Märkte oft schneller reagieren als Komitees.

Buterin koppelt das zudem an Token-Burns. Wird ein Creator akzeptiert, könnte die DAO einen Teil der Creator-Tokens verbrennen. Weniger Angebot, mehr Knappheit, in der Theorie steigt der Tokenpreis. Das macht die Aufnahme zu einem Ereignis mit realem ökonomischem Gewicht, statt zu einem Badge im Profil. Ob das System dann wirklich bessere Inhalte produziert oder nur bessere Strategien, wird man erst sehen, aber der Vorschlag trifft einen Nerv.