- Bybit bringt eine „AI Trading Skill“-Funktion, mit der Nutzer Trades per natürlicher Sprache anstoßen und Konten verwalten können.
- Die Anbindung soll über mehrere KI-Assistenten laufen, darunter ChatGPT, Claude, Gemini und OpenClaw.
Bybit setzt auf „agentisches“ Trading und verpackt es als neue Bedienebene. Die Börse hat eine Funktion namens „AI Trading Skill“ vorgestellt, die es Nutzern ermöglichen soll, Trades zu platzieren, Marktdaten abzurufen und Assets zu verwalten, indem sie einfach mit einem KI-Assistenten sprechen oder schreiben.
Trading per Prompt, ohne Interface-Klickstrecke
Nach Angaben von Bybit funktioniert das über natürliche Sprache, also klassische Chat-Befehle wie „kaufe“, „verkaufe“, „zeige Portfolio“ oder „setze Stop“.
Die Börse nennt als kompatible Assistenten unter anderem ChatGPT, OpenClaw, Claude und Gemini.
Damit positioniert sich Bybit nicht als eigener Chatbot-Anbieter, sondern als Plattform, die eine Ausführungsschicht hinter den gängigen KI-Oberflächen bereitstellt.
Das ist in der Praxis ein klarer Trend. Börsen wollen nicht nur neue Coins listen, sie wollen dort sein, wo die Aufmerksamkeit sitzt. Und die sitzt gerade zunehmend in Chat-Interfaces.
Wer den Klickweg in der App verkürzt, erhöht die Handelsfrequenz, zumindest theoretisch. Gleichzeitig verlagert sich das Risiko: Von „habe ich den Button richtig gedrückt“ hin zu „habe ich den Prompt richtig formuliert“.
Mehr Komfort, neue Fragen zu Sicherheit und Kontrolle
Bybit verkauft die Funktion als Komfortgewinn. Aus Sicht des Marktes hängt die Akzeptanz aber an den Leitplanken.
Wie werden sensible Aktionen bestätigt. Welche Limits gelten. Wie wird verhindert, dass ein falscher Kontext oder ein missverstandener Befehl eine Order auslöst, die der Nutzer so nicht meinte.
Agentische Systeme sind gut darin, Abläufe zu automatisieren. Im Trading ist das aber nur dann sinnvoll, wenn der Nutzer die Kontrolle behält.
Ein sauberer Ablauf würde typischerweise bedeuten: Vorschlag, Simulation oder Pre-Check, klare Zusammenfassung, dann Bestätigung. Ohne diese Stufen wird „Trading per Chat“ schnell zur besten Einladung für Fehltrades, Social Engineering und unnötige Verluste.
Bybit setzt damit auf eine neue Produktkategorie, die im Kryptomarkt gerade überall auftaucht: KI als Interface und als Execution-Layer. Ob daraus ein Standard wird, entscheidet sich weniger an der Pressemitteilung als an der Frage, wie robust die Sicherheitslogik hinter dem Chat wirklich ist.







