• Im US-Senat ist für Dienstag ein parteiübergreifendes Treffen angesetzt, kurz bevor der Banking Committee in die entscheidende Phase der Markup-Beratungen zu Krypto-Marktstrukturgesetzen geht.
  • Chairman Tim Scott lässt durchblicken, dass er notfalls auch ohne breite Einigung vorgehen könnte, falls sich Verhandlungen bis in den Beginn von 2026 ziehen.

In Washington wird die Uhr wieder lauter. Für Dienstag ist im US-Senat ein parteiübergreifendes Treffen angesetzt, das unmittelbar vor einer kritischen Etappe in der Arbeit an Krypto-Marktstrukturgesetzen liegt.

Der Senate Banking Committee nähert sich dem Markup, also der Phase, in der aus Entwürfen handfeste Gesetzestexte mit Änderungsanträgen werden. Und Januar gilt als enger Korridor, bevor der Senat in die Martin-Luther-King-Jr.-Pause abtaucht.

Treffen am Dienstag als letzter Abstimmungsversuch vor dem Markup

Laut einem Reporter von Punchbowl News wurde das Treffen vom Ausschussvorsitzenden Tim Scott organisiert. Es ist von Bedeutung, da der CLARITY Act und damit verbundene Fragen der Marktstruktur nicht nur detaillierte Regulierungen, sondern auch Verantwortlichkeiten, Aufsicht und Definitionen betreffen.

Wer gilt als Spot, wer als Derivat, wer als Broker, und wann wird ein Token wie ein Wertpapier behandelt? Solche Fragen werden später über Lizenzen, Börsennotierungen, Verwahrung und letztlich darüber entscheiden, ob große Institutionen den Markt als investierbar betrachten.

Dass das Treffen „bipartisan“ angesetzt ist, ist politisch der Hinweis, dass man versucht, die große Lösung zu bauen, bevor die Markup-Maschine startet. In der Praxis ist das oft der Moment, in dem man letzte rote Linien abräumt oder sie zumindest sauber formuliert.

Tim Scott signalisiert Tempo, notfalls auch ohne Deal

Scott hatte bereits Anfang Dezember öffentlich vor Verzögerungen gewarnt. Sein Argument war schlicht: Wenn man zu lange wartet, muss die Strategie angepasst werden. Nun schiebt er nach. Sollte sich die Verhandlung bis in den Beginn von 2026 ziehen, könne er auch ohne parteiübergreifende Zustimmung voranschreiten.

Das ist nicht automatisch eine Drohung, eher ein Hinweis auf das Machtinstrumentarium des Chairs. Ein Markup kann auch mit knapper Mehrheit laufen, nur wird es dann später im Plenum schwerer. Für die Krypto-Branche bleibt der Punkt trotzdem klar: Januar entscheidet, ob 2026 mit einem konkreten Regulierungsfahrplan beginnt oder wieder mit einem offenen Ende.