• Ein Coinbase-Manager erwartet weiterhin, dass der CLARITY Act in den USA vorankommt, räumt aber Verzögerungen im Gesetzgebungsprozess ein.
  • John D’Agostino begründet das Tempo damit, dass es sich um ein grundlegendes Regelwerk für Krypto und andere Assetklassen handelt.

Der CLARITY Act lässt in Washington auf sich warten. Bei Coinbase will man das nicht als schlechtes Zeichen lesen. John D’Agostino, der bei der Börse die Strategie für institutionelle Kunden verantwortet, zeigte sich in einem CNBC-Interview optimistisch, dass das Gesetz am Ende durchkommt, auch wenn der Prozess länger dauert als viele in der Branche gern hätten.

„Fundamental“ statt Schnellschuss

D’Agostino sagte, er verstehe vollständig, warum sich das Vorhaben hinzieht. Es sei eine Art Gesetz, das nicht nur Detailfragen kläre, sondern eine Grundlage für das Wachstum von Krypto als Anlageklasse schaffen solle. Wenn es um ein solches Fundament gehe, sei ein längerer Weg im politischen Prozess plausibel, so seine Argumentation.

Der Kern des Signals ist damit weniger Timing als Richtung. Coinbase will vermitteln, dass die Debatte nicht steckenbleibt, sondern sich entlang klassischer Linien bewegt, Ausschüsse, Abstimmungen, Kompromisse. Langweilig, aber genau so funktioniert Regulierung in den USA oft.

Warum die Branche auf Klarheit drängt

Für Handelsplätze und institutionelle Investoren geht es vor allem um Zuständigkeiten, Aufsicht und verlässliche Rahmenbedingungen. Je länger diese Fragen offen bleiben, desto schwerer lässt sich das Produktangebot planen, von Listings bis zu Derivaten, von Custody bis hin zu tokenisierten Wertpapieren.

D’Agostinos Punkt war deshalb auch ein politischer Realismus-Test. Ein Gesetz, das Krypto-Regeln nicht nur nachbessert, sondern neu sortiert, wird selten im Eiltempo beschlossen. In der Zwischenzeit bleibt für Unternehmen wie Coinbase die Kommunikation entscheidend, intern wie extern, damit aus „Verzögerung“ nicht automatisch „Scheitern“ wird.