• Coinbase steht unter Druck, nachdem es seine Unterstützung für den US-Marktstrukturentwurf CLARITY zurückgezogen haben soll, während der Senat das Markup erneut verschiebt.
  • Citron Research interpretiert den Schritt als wettbewerbspolitisch motiviert und behauptet, Coinbase fürchte eher neue Konkurrenz als den Inhalt des Gesetzes.

Der CLARITY Act hängt wieder in der Warteschleife, und plötzlich geht es weniger um Paragrafen als um Positionen. Nachdem der US-Senat das Markup erneut verschoben hat, rückt Coinbase ins Zentrum der Debatte. Kritiker fragen, warum die Börse ihre Unterstützung für das Marktstrukturpaket zurückgezogen haben soll, ausgerechnet jetzt, wo jede Stimme zählt.

Citron attackiert Coinbase und sieht Angst vor Konkurrenz

Besonders scharf formuliert Citron Research. In einem Post heißt es, Coinbase wolle die Vorteile eines klaren Regelwerks, aber nicht den Wettbewerb, den ein solches Regelwerk auslösen würde.

Citron argumentiert, Coinbase drücke nicht deshalb auf die Bremse, weil CLARITY schlecht für Krypto sei, sondern weil eine „sauberere“ Version möglicherweise neuen oder anderen Marktteilnehmern stärker nützen könnte, als Coinbase selbst.

Als Beispiel wird Securitize genannt, also ein Player aus dem Tokenisierungs– und Wertpapier-Onchain-Bereich.

Das ist eine These, aber keine abwegige. Marktstrukturgesetze sind nicht nur Schutz, sie sind auch Markteintritt. Wenn Zuständigkeiten und Lizenzpfade klar sind, wird es leichter, neue Produkte zu bauen, neue Broker-Modelle zu starten, neue Emittenten zuzulassen.

Für die Platzhirsche ist das zweischneidig: Klarheit senkt ihr regulatorisches Risiko, aber sie senkt auch ihre Eintrittsbarrieren.

Warum CLARITY für Börsen mehr ist als „Regeln“

Coinbase hat in den vergangenen Jahren regelmäßig mehr Klarheit gefordert. Wenn die Börse nun tatsächlich auf Distanz geht, wäre das politisch auffällig. Es würde signalisieren, dass es nicht mehr nur um „Krypto vs. Regulierung“ geht, sondern um Detailarchitektur: Wer darf was, unter welcher Aufsicht, und wie viel Wettbewerb entsteht dadurch.

Für Washington ist das der schwierige Teil. Bipartisan-Momentum zerbricht oft nicht an Ideologie, sondern an Lobby-Feinmechanik. Wenn einzelne große Marktteilnehmer aussteigen oder Bedingungen nachschärfen wollen, verlängert sich der Prozess. Und genau das passiert gerade schon, das Markup wird verschoben, der Zeitdruck steigt, und die öffentliche Debatte kippt von Policy-Zielen hin zu Motiven.

Ob Coinbase seine Position noch einmal erklärt oder korrigiert, wird entscheidend sein. In der aktuellen Phase wirkt jedes Schweigen wie ein Statement.