• DZ Bank hat von der BaFin eine MiCA-Erlaubnis für die Krypto-Plattform „meinKrypto“ erhalten und kann damit regulierte Krypto-Services innerhalb der EU anbieten.
  • Das Angebot richtet sich an die Genossenschaftsbanken, die selbst entscheiden, ob sie Krypto für Privatkunden freischalten, und dafür jeweils eine eigene MiCA-Meldung einreichen müssen.

DZ Bank setzt einen Haken hinter eines der wichtigsten Themen für Europas Krypto-Markt: MiCA-Fähigkeit. Die Bank teilte am Mittwoch mit, dass sie von der BaFin die Erlaubnis erhalten hat, ihre Krypto-Plattform „meinKrypto“ zu betreiben. Damit ist eine zentrale regulatorische Hürde genommen, um Krypto-Dienstleistungen im EU-Rahmen rechtssicher anzubieten.

„meinKrypto“ als Infrastruktur für Genossenschaftsbanken

Das Modell ist klar arbeitsteilig. DZ Bank fungiert als zentraler Betreiber der Plattform und liefert die Handelsinfrastruktur. Die lokalen Genossenschaftsbanken im VR-Verbund entscheiden dagegen selbst, ob sie Krypto-Angebote an ihre Privatkunden ausrollen.

Das wirkt konservativ, ist aber typisch für das Netzwerk: ein gemeinsames Backend, aber Vertriebs- und Risikoentscheidung vor Ort.

Wichtig ist auch die formale Seite. Jede teilnehmende Bank muss vor dem Start eine separate MiCA-Notification bei der BaFin einreichen. Das ist kein Showstopper, aber es verhindert einen „Schalter umlegen“-Rollout über Nacht. Regulierte Skalierung bedeutet in diesem Fall: Schritt für Schritt, Bank für Bank.

Start mit vier Assets und Self-Directed in der VR Banking App

Zum Launch soll „meinKrypto“ zunächst Bitcoin, Ether, Litecoin und Cardano unterstützen. Das Angebot wird direkt in die VR Banking App integriert und als Self-Directed-Option geführt, also ohne Beratungsversprechen, eher wie ein eigener Handelsbaustein im Banking-Interface.

Für Retail-Kunden ist genau das der entscheidende Punkt: Krypto rutscht aus der separaten Börsen-App in die Bank-App, die ohnehin täglich genutzt wird.

Für den Markt ist das ein Signal, dass MiCA nicht nur ein Papierrahmen bleibt. Wenn eine große deutsche Bankengruppe die Infrastruktur bereitstellt und regionale Banken selektiv aufschalten, entsteht ein neuer Zugangskanal, ohne dass Nutzer zwingend zu reinen Krypto-Plattformen wechseln müssen.

Gleichzeitig bleibt das Angebot bewusst schmal. Vier Assets, klare Selbstverantwortung, und ein Rollout über Monate statt Wochen. Das ist vielleicht weniger spektakulär, aber genau so sieht Institutionalisierung in Deutschland oft aus.