- Qivalis verhandelt bereits mit Kryptobörsen und weiteren Marktpartnern über die Verteilung seines geplanten Euro Stablecoins.
- Der Start ist für die zweite Hälfte 2026 vorgesehen und wird inzwischen von einem auf zwölf Banken gewachsenen Konsortium getragen.
Europas Banken gehen beim Thema Stablecoins in die nächste Phase. Nach dem Aufbau des Konsortiums Qivalis rückt nun nicht mehr nur die technische Struktur in den Vordergrund, sondern der Vertrieb.
Der Fokus verschiebt sich von der Infrastruktur zur Verteilung
Qivalis führt bereits fortgeschrittene Gespräche mit Kryptobörsen, Market Makern und Liquiditätsfirmen, um den geplanten Euro Stablecoin in den Markt zu bringen. Das ist ein ziemlich klarer Hinweis darauf, dass das Projekt nicht mehr nur als strategische Absicht behandelt wird. Wer mit Handelsplätzen und Liquiditätsanbietern spricht, bereitet Reichweite vor. Genau darum geht es jetzt.
Parallel dazu sollen auch die beteiligten Banken selbst den Token vertreiben können. Das passt zum Grundgedanken des Konsortiums. Qivalis will nicht nur einen neuen digitalen Euro Baustein schaffen, sondern ein Netz, das auf vorhandene Bankkanäle und auf die Reichweite von Krypto Plattformen zugleich setzt. Gerade diese Mischung dürfte entscheidend sein, wenn ein Stablecoin im Alltag mehr sein soll als nur ein weiteres Produkt auf dem Papier.
Qivalis Chef Jan Oliver Sell setzt dabei offenbar nicht nur auf rein europäische Partner. Im Raum stehen auch internationale Plattformen. Das ist logisch, denn ein Euro Stablecoin, der grenzüberschreitend genutzt werden soll, braucht Liquidität dort, wo der Handel tatsächlich stattfindet.
Europas Banken suchen eine eigene Antwort auf Dollar Stablecoins
Das Projekt war im September 2025 zunächst mit neun Banken gestartet und ist seitdem gewachsen. Inzwischen gehören unter anderem ING, UniCredit, CaixaBank, BBVA, BNP Paribas, DekaBank, KBC, SEB, Raiffeisen Bank International und Banca Sella zum erweiterten Kreis. Der Marktstart bleibt für die zweite Hälfte 2026 angepeilt, vorbehaltlich der regulatorischen Umsetzung in den Niederlanden.
Der eigentliche strategische Kern liegt aber woanders. Qivalis soll eine regulierte, europäisch verankerte Alternative zu Dollar Stablecoins schaffen. In einem Markt, der bisher klar von US Dollar gebundenen Tokens geprägt ist, ist das weniger ein Symbolprojekt als ein Versuch, Kontrolle über Zahlungsinfrastruktur, Abwicklung und künftige Tokenisierung stärker in Europa zu halten.







