• Fidelity hat die SEC aufgefordert, die Regeln für Broker-Dealer im Umgang mit Krypto-Assets gezielter anzupassen.
  • Der Vermögensverwalter unterstützt zwar die Modernisierung des Regelwerks, pocht aber zugleich auf Anlegerschutz, Transparenz und Marktintegrität.

Fidelity meldet sich in Washington zur Krypto-Regulierung zu Wort. Diesmal nicht mit einem Produktantrag, sondern mit einem recht nüchternen Wunsch an die Aufsicht.

Fidelity will weniger Grauzone für Broker und Handelsplätze

In einem am Freitag eingereichten Schreiben an die Crypto Task Force der US-Börsenaufsicht SEC spricht sich Fidelity grundsätzlich dafür aus, bestehende Kapitalmarktregeln an neue Technologien anzupassen. Der Vermögensverwalter stellt sich also nicht gegen Regulierung.

Im Gegenteil. Der Tenor ist eher, dass die Regeln endlich so präzisiert werden sollten, dass Broker-Dealer und Handelsplattformen im Kryptobereich wissen, woran sie sind.

Dabei setzt Fidelity einen klaren Rahmen. Auch wenn sich Marktstruktur und Technologie ändern, dürften aus Sicht des Unternehmens zentrale Prinzipien nicht aufgeweicht werden. Genannt werden vor allem Anlegerschutz, Transparenz und Marktintegrität. Das ist wenig überraschend, aber politisch relevant.

Denn genau an dieser Stelle verläuft in den USA seit Jahren die eigentliche Bruchlinie. Wie weit lässt sich das alte Wertpapierrecht auf digitale Vermögenswerte übertragen, ohne neue operative Lücken zu schaffen.

Antwort auf Peirces Vorstoß aus dem Dezember

Das Schreiben ist eine direkte Reaktion auf eine Informationsanfrage von SEC-Kommissarin Hester Peirce aus dem Dezember. Damals ging es um die Frage, wie nationale Wertpapierbörsen und alternative Handelssysteme, also ATS-Plattformen, den Handel mit Krypto-Assets organisatorisch und regulatorisch abbilden sollten.

Fidelity nutzt diese Vorlage nun, um für ein praktikableres Modell zu werben. Das Unternehmen signalisiert damit, dass große Finanzhäuser den Krypto-Handel längst nicht mehr nur unter Innovationsgesichtspunkten betrachten.

Es geht inzwischen um Marktinfrastruktur, Zuständigkeiten und um die Frage, welche Institute unter klaren Regeln tatsächlich bereit wären, ihre Rolle im Digital-Asset-Sektor auszubauen.

Gerade das macht das Schreiben interessant. Die Debatte verschiebt sich weiter weg von der alten Grundsatzfrage, ob etablierte Finanzakteure Krypto überhaupt anfassen sollten. Sie dreht sich nun stärker darum, unter welchen Regeln sie es tun werden.