- Gemini verlässt die Märkte in Großbritannien, der EU und Australien und streicht gleichzeitig rund 25 Prozent der Stellen.
- Das Unternehmen begründet den Rückzug mit KI-bedingter Automatisierung, hoher operativer Komplexität und mangelnder Nachfrage außerhalb der USA.
Die Krypto-Börse Gemini verschlankt ihr internationales Geschäft deutlich. In einer Mitteilung am Donnerstag kündigte das Unternehmen an, sich aus dem Vereinigten Königreich, der Europäischen Union und Australien zurückzuziehen. Parallel dazu wird die Belegschaft global um 25 Prozent reduziert.
In der Begründung zeichnet Gemini ein relativ nüchternes Bild. Die ausländischen Märkte hätten sich „aus verschiedenen Gründen als schwer zu gewinnen“ erwiesen. Man sei organisatorisch und operativ zu stark gestreckt, was die Kosten nach oben treibe und Entscheidungsprozesse verlangsame. Unterm Strich fehle die Nachfrage, um diese Komplexität zu rechtfertigen.
KI als Effizienztreiber und Argument für Stellenabbau
Bemerkenswert ist, dass Gemini explizit auf künstliche Intelligenz als Hebel für den Personalabbau verweist. KI automatisiere zunehmend Aufgaben und mache insbesondere Ingenieure „100x effizienter“, heißt es in der Mitteilung. In Kombination mit einem härteren Wettbewerbs- und Regulierungsumfeld in UK, EU und Australien führe das dazu, dass weniger Personal und weniger Standorte als notwendig angesehen werden.
Das Unternehmen setzt stattdessen klar auf die USA als Kernmarkt. In der Erklärung heißt es, man habe „nicht die Nachfrage in diesen Regionen, um sie zu rechtfertigen“, und ergänzt, die Realität sei, dass Amerika die „größten Kapitalmärkte der Welt“ habe.
Für Kunden in den betroffenen Regionen stellt sich nun die praktische Frage, wie der Übergang organisiert wird, welche Fristen für Auszahlungen gelten und über welche Plattformen sie künftig handeln. Strategisch macht Gemini damit deutlich, dass es im aktuellen Zyklus eher auf Fokussierung und KI-gestützte Effizienz setzt als auf maximale geografische Präsenz.







