- Gold hat laut TradingView in der Woche vom 16. bis 20. März rund 11 Prozent verloren und damit den stärksten Wochenrückgang seit 1983 verzeichnet.
- Der Ausverkauf fiel mitten in den Iran-Krieg und lief damit gegen das übliche Muster, nach dem Gold in geopolitischen Krisen als sicherer Hafen gesucht wird.
Gold hat eine Woche hinter sich, die so gar nicht zu seinem Ruf passen will. Während der Krieg mit Iran die Energiepreise nach oben treibt und die Unsicherheit an den Märkten spürbar zunimmt, fällt ausgerechnet das klassische Krisenmetall so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
Der sichere Hafen funktioniert gerade nicht wie gewohnt
Nach Angaben von TradingView war die Handelswoche vom 16. bis 20. März für Gold die schwächste seit 1983. Das Minus von rund 11 Prozent lag sogar leicht über dem Einbruch Ende Januar, als der Preis nach einem Anstieg auf etwa 5.320 Dollar bis auf rund 4.650 Dollar zurückfiel.
Damals wurden binnen weniger Tage mehr als 2 Billionen Dollar an Marktkapitalisierung ausgelöscht.
Das Überraschende ist nicht nur die Größe des Rückgangs. Es ist der Kontext. Normalerweise profitiert Gold, wenn militärische Konflikte eskalieren. Diesmal passiert das Gegenteil.
Analysten verweisen auf steigende Renditen, einen festeren Dollar und die Sorge, dass Notenbanken wegen der kriegsbedingt höheren Energiepreise länger restriktiv bleiben könnten. Genau das erhöht die Opportunitätskosten für ein Asset ohne laufende Rendite.
Öl, Zinsen und Gewinnmitnahmen drücken gleichzeitig
Der Iran-Krieg belastet nicht nur die geopolitische Lage, sondern auch die Inflationsaussichten. Angriffe auf Energieinfrastruktur und Sorgen um Lieferwege wie die Straße von Hormus haben Öl und Gas verteuert. Das schiebt Zinserwartungen nach oben und nimmt Gold den üblichen Schutzreflex.
Hinzu kommt ein technischer Faktor. Gold war zuvor stark gelaufen, viele Marktteilnehmer saßen auf satten Buchgewinnen. In so einer Phase reichen ein paar Tage mit schwächerem Momentum, und aus Gewinnmitnahmen wird schnell ein breiter Ausverkauf. Genau das scheint diese Woche passiert zu sein.







