- Hashed Open Finance hat ein Litepaper zu „Maroo“ veröffentlicht, einem geplanten Layer-1-Netzwerk, das auf eine künftige KRW-Stablecoin-Ökonomie zugeschnitten sein soll.
- Die Chain soll Offenheit mit Compliance-Features wie Auditierbarkeit und Privacy kombinieren, Gebühren sollen in KRW-Stablecoins gezahlt werden, um Volatilität zu reduzieren.
Hashed Open Finance, eine Tochter der Krypto-Venture-Firma Hashed, setzt auf einen Layer-1-Neustart für Südkorea. In einem Litepaper skizziert das Team „Maroo“, eine Blockchain, die explizit für eine kommende Stablecoin-Ökonomie rund um den koreanischen Won gebaut werden soll. Maroo wird als „sovereign blockchain“ beschrieben, also als L1, die öffentliche Offenheit mit regulatorisch nutzbaren Eigenschaften verbinden will.
KRW-Stablecoins als Gas, Compliance als Grundarchitektur
Ein zentrales Design-Element ist, dass Transaktionsgebühren in KRW-Stablecoins bezahlt werden sollen. Das ist nicht nur ein UX-Argument, sondern eine Risikoentscheidung. Wer Fees in einem volatilen Token zahlt, bekommt im Alltag sofort Reibung, gerade bei Retail. Fees in Stablecoins sind berechenbarer und passen besser zu Finanzanwendungen, in denen Buchhaltung und Kalkulation eine Rolle spielen.
Maroo soll zudem Compliance-Features auf Protokollebene berücksichtigen, darunter Auditierbarkeit und Privacy-Schutz. Das klingt widersprüchlich, ist aber genau der Balanceakt. Finanzanwendungen brauchen Prüfpfade, aber sie brauchen auch Vertraulichkeit, weil Transaktionsdaten sonst zu sensibel werden, für Unternehmen ebenso wie für Privatpersonen.
Kritik an Ethereum-Logik: Anonymität und Transparenz als Hürden
In der begleitenden Darstellung argumentiert Hashed, dass heutige öffentliche Blockchains wie Ethereum Anonymität priorisieren, wodurch Anti-Money-Laundering- und Know-Your-Customer-Maßnahmen auf Netzwerkebene schwer durchsetzbar seien.
Gleichzeitig wird die radikale Transparenz als Risiko für persönliche und Unternehmensdaten beschrieben. Der Punkt ist nicht neu, aber er wird jetzt als Begründung für eine eigene Chain genutzt, statt nur für App-Layer-Compliance.
Ob Maroo wirklich eine neue L1 braucht oder eher eine gut regulierte L2 oder Appchain reichen würde, ist die offene Frage. L1-Neustarts sind hart, weil Netzwerkeffekte fehlen. Südkorea ist allerdings ein Markt, in dem Regulierung, Banken und Telcos eng verzahnt sind. Wenn dort eine KRW-Stablecoin-Ökonomie politisch gewollt ist, kann Infrastruktur plötzlich schneller skalieren als im globalen „permissionless“ Wettbewerb.
Hashed setzt damit auf ein Modell, das sich deutlich von der Ethereum-Erzählung unterscheidet. Weniger Cypherpunk, mehr Finanzbetrieb, aber mit öffentlichen Bausteinen. Ob das aufgeht, wird an der Implementierung hängen, nicht am Litepaper.





