• Vertreter der US-Regierung, Banken und Kryptoindustrie haben am Donnerstag im Weißen Haus erneut über Stablecoin-Rewards verhandelt.
  • Die Frage, ob und wie Halter von Payment-Stablecoins Erträge oder Vorteile erhalten dürfen, gilt weiter als zentraler Stolperstein für das Gesetzespaket.

Washington versucht, die Kanten einer neuen Krypto-Marktstruktur-Regulierung zu glätten. Am Donnerstag saßen dazu erneut Regierungsvertreter, Bankenlobbyisten und Krypto-Verbände im Weißen Haus zusammen, um eine der heikelsten Fragen zu klären: Was passiert mit Rewards rund um Stablecoins.

Im Raum ist weniger die technische Machbarkeit als die juristische Einordnung. Für Banken sind Rewards ein rotes Tuch, weil sie aus ihrer Sicht schnell wie Zinsen wirken und damit in den Bereich bankähnlicher Einlagen rutschen. Krypto-Anbieter argumentieren dagegen, dass „Rewards“ häufig eher als Marketinginstrument, als Weitergabe von Reservenerträgen oder als Nutzungsanreiz fungieren und nicht automatisch eine Einlage imitieren.

Rewards als Stellvertreterdebatte über Einlagen, Marketing und Aufsicht

Der Streit ist längst eine Stellvertreterdebatte. Wenn Rewards erlaubt werden, stellt sich sofort die nächste Frage nach Grenzen: Welche Form von Vorteil zählt, was ist verboten, und wie verhindert man Umgehungen über Punkteprogramme, Cashback-Modelle oder Drittanbieter. Banken drängen auf enge Parameter und klare Verbote bei jeder Darstellung, die wie „versicherte Rendite“ oder „zinsähnliche Zahlung“ gelesen werden könnte.

Die Gegenseite verweist auf den Wettbewerb im Zahlungsverkehr. Stablecoins würden, so das Argument, nur dann im Mainstream ankommen, wenn Nutzer einen sichtbaren Nutzen haben, etwa günstigere Transfers oder eben Belohnungen. Hinter den Kulissen geht es auch um Haftungsregeln, Offenlegungspflichten und die Frage, ob ein Emittent für die Kommunikation seiner Partner mithaftet.

Krypto Council for Innovation am Tisch, Einigung bleibt offen

An dem Treffen nahm auch der Crypto Council for Innovation teil, der große Digital-Asset-Unternehmen vertritt. Die Wiederaufnahme der Gespräche deutet darauf hin, dass beide Seiten Bewegung suchen, ohne öffentlich nachzugeben.

Für den Gesetzgebungsprozess ist das Thema unangenehm, weil es gleich mehrere Fronten öffnet: Banken gegen Krypto, Verbraucherschutz gegen Produktdesign, Bundesbehörden gegen mögliche Lücken in der Durchsetzung. Solange Rewards nicht sauber definiert sind, bleibt das größere Paket politisch angreifbar und praktisch schwer handhabbar.