• Das Volumen auf iranischen Kryptobörsen fiel laut TRM Labs zwischen dem 27. Februar und 1. März um etwa 80 Prozent.
  • Die wichtigsten lokalen Börsen blieben dennoch online, wenn auch mit gebündelten Auszahlungen, geringer Markttiefe und temporären Eingriffen beim USDT-Toman-Handel.

Irans Kryptomarkt ist in den vergangenen Tagen deutlich eingebrochen, aber nicht kollabiert. Genau diese Unterscheidung macht TRM Labs in einer neuen Analyse. Nach den US-israelischen Angriffen vom 28. Februar und den darauf folgenden Internet-Beschränkungen sackte das Transaktionsvolumen auf iranischen Börsen innerhalb weniger Tage um rund 80 Prozent ab.

Internet-Sperren treffen den Markt härter als reine Panik

TRM führt den Rückgang vor allem auf die fast vollständige Einschränkung der Internet-Konnektivität zurück. Laut der Analyse fiel die Konnektivität zeitweise um rund 99 Prozent.

Das trifft im Kryptohandel nicht nur Privatanleger, sondern auch Market Maker, API-Verbindungen, automatisierte Handelssysteme und Arbitrageure. Wenn all das gleichzeitig ausfällt, trocknet Liquidität schnell aus.

Entsprechend liest sich die Lage eher wie ein Markt unter technischen Zwangsbedingungen als wie ein klassischer Fluchtmoment. TRM beschreibt gleichzeitig sinkende Zu- und Abflüsse, fragmentiertere Transfergrößen und sichtbar dünnere Orderbücher nach der Wiederöffnung einzelner Märkte. Das spricht für Stress, nicht für einen Totalausfall.

Börsen bleiben offen, aber nur noch im Risikomodus

Die großen inländischen Plattformen arbeiten laut TRM weiter, allerdings mit klaren Schutzmaßnahmen. Wallex stoppte Krypto-Auszahlungen vorübergehend, Tabdeal stellte Auszahlungen auf gebündelte Verarbeitung um, Nobitex warnte vor Verzögerungen und geringerer Markttiefe. Andere Anbieter begrenzten Hebel, pausierten Ein- und Auszahlungen oder gaben Risiko-Hinweise an Nutzer aus.

Zusätzlich ließ die iranische Zentralbank mehrere Börsen den Handel im USDT-Toman-Paar zeitweise aussetzen. Dieses Paar ist der wichtigste Übergang zwischen Krypto und Landeswährung. Nach der Wiederaufnahme meldeten Plattformen kurzfristige Preisverwerfungen, teils wurden Liquidationen zurückgedreht oder interne Sicherungen aktiviert. Auch das passt zu einem Markt mit angeschlagener Liquidität, aber noch funktionierender Infrastruktur.

TRM betont dabei, dass Irans Kryptomarkt trotz des Einbruchs strukturell relevant bleibt. Seit Anfang 2025 habe das Land mehr als 11 Milliarden US-Dollar an Kryptoaktivität verarbeitet. Insofern ist die aktuelle Schwäche eher ein Krisensignal als ein Hinweis darauf, dass das System selbst bereits auseinanderfällt.