- Kalshi-CEO Tarek Mansour unterstützt ein geplantes US-Gesetz, das Insiderhandel auf Prediction Markets explizit untersagen und Wetten für Regierungsmitarbeiter einschränken soll.
- Der Entwurf von Rep. Ritchie Torres würde Bundesabgeordnete, politische Ernannte und Teile der Exekutive von Wetten auf politische Entscheidungen und Outcomes ausschließen.
Kalshi positioniert sich früh auf der „Compliance“-Seite eines neuen Regulierungsstreits. CEO Tarek Mansour hat öffentlich erklärt, dass sein Unternehmen den Gesetzesvorstoß von US-Abgeordnetem Ritchie Torres unterstützt, der Insiderhandel auf Prediction Markets ausdrücklich untersagen soll. Mansour schrieb, Kalshi befürworte das Vorhaben, weil man ein entsprechendes Verbot bereits selbst umgesetzt habe.
Torres will Wettverbote für Politik und Exekutive gesetzlich festschreiben
Torres hatte Anfang des Monats den „Public Integrity in Financial Prediction Markets Act of 2026“ vorgestellt. Der Entwurf zielt darauf, bestimmte Personengruppen von Wetten auszuschließen, vor allem auf Märkten, die sich um „government policy, government action or political outcome“ drehen. Genannt werden unter anderem gewählte Bundespolitiker, politische Ernannte sowie Beschäftigte der Exekutive.
In der Praxis wäre das eine Art Firebreak zwischen politischem Zugang und monetärer Positionierung. Prediction Markets funktionieren über Informationsvorsprünge. Genau deshalb sind sie attraktiv. Genau deshalb sind sie politisch heikel.
Wenn Personen, die an Entscheidungen mitwirken oder frühzeitig davon erfahren, zugleich Geld auf den Ausgang setzen können, ist das regulatorisch kaum zu verteidigen, selbst wenn einzelne Wetten klein wirken.
Warum Kalshi das Thema offensiv annimmt
Mansours Argument ist pragmatisch: Kalshi habe die Regel intern bereits implementiert. Das klingt nach Selbstschutz, und es ist vermutlich auch einer. Plattformen, die im Grenzbereich zwischen Finanzmarkt und politischer Debatte operieren, leben von Vertrauen in die Integrität der Märkte.
Ein Insiderhandelsskandal wäre in diesem Segment nicht nur ein PR-Problem, sondern eine Existenzfrage, weil er sofort die Grundannahme untergräbt, dass Preise eine ehrliche Aggregation von Erwartungen sind.
Der Vorstoß zeigt zugleich, wie schnell Prediction Markets in den Mainstream rücken. Wo früher vor allem Krypto-Nutzer und Nischenanbieter aktiv waren, steht jetzt die Frage im Raum, welche Regeln wie bei Börsen gelten sollen. Das ist nicht mehr nur ein Tech-Thema. Es ist ein Governance-Thema, und zwar eines, das Washington zunehmend als eigenes Feld entdeckt.






