• Eine Sammelklage wirft Kalshi vor, bei einem Markt zur Absetzung Ali Khameneis trotz eingetretenem Ereignis keine reguläre Auszahlung vorgenommen zu haben.
  • Kalshi beruft sich auf eine „death carveout“-Klausel und sagt, man wolle verhindern, dass Nutzer direkt am Tod einer Person verdienen.

Kalshi steht in den USA wegen eines Iran-Markts vor Gericht. In einer Klage vor dem District Court for the Central District of California werfen zwei Trader der Plattform vor, sie habe Erwartungen an eine eindeutige Auszahlung geschaffen und dann mit einer Sonderregel ausgebremst.

Klage in Kalifornien wegen „Death Carveout“

Konkret geht es um den Kontrakt „Ali Khamenei out as Supreme Leader?“, der auf ein Ja bis zum 1. März abstellte. Khameneis Tod nach US-israelischen Luftangriffen wurde am 28. Februar öffentlich gemeldet und später bestätigt. Die Kläger sagen, ihre „Yes“-Positionen hätten deshalb zu 1 Dollar pro Anteil auslaufen müssen.

Stattdessen habe Kalshi die Abrechnung über eine „death carveout provision“ vorgenommen. Der Passus sieht vor, dass der Markt, wenn die Person „allein wegen Todes“ aus dem Amt scheidet, nicht binär zu 1 oder 0 ausbezahlt wird, sondern anhand des zuletzt gehandelten Preises. Damit seien Auszahlungen „willkürlich“ und deutlich unter dem erwarteten Vertragswert ausgefallen, so die Klage.

Kalshi verteidigt Regel und verweist auf Ethik

Kalshi-CEO Tarek Mansour begründete das Vorgehen öffentlich. Man liste keine Märkte, die direkt an Tod gekoppelt seien. Wo ein Outcome trotzdem Tod beinhalten könne, würden Regeln so gestaltet, dass niemand daraus Profit ziehe.

Reuters zufolge geht es um bis zu 54 Millionen Dollar an strittigen Auszahlungen. Kalshi sagt zugleich, man habe Gebühren und Verluste erstattet, damit kein Nutzer Geld verloren habe. Für die Plattform ist das auch ein Regulierungsrisiko: Prediction Markets stehen ohnehin unter schärferer Beobachtung, seit sie nicht nur Wahlen, sondern zunehmend geopolitische Ereignisse abbilden.