• Die Investmenttochter der kasachischen Zentralbank will eine nationale Krypto-Reserve mit beschlagnahmten Coins sowie Gold und Fremdwährung aufstocken und nennt 350 Millionen US-Dollar als Startvolumen.
  • Präsident Tokajew meldet die Schließung von 130 illegalen Krypto-Börsen mit rund 124 Millionen US-Dollar Umsatz und Sicherstellungen von Vermögenswerten von mehr als 5 Millionen US-Dollar.

Kasachstan versucht, zwei Dinge gleichzeitig zu tun. Härter gegen Schattenmärkte vorgehen und dennoch eine staatliche Krypto-Position aufbauen.

Nach Angaben der Zentralbank-nahen National Investment Corporation (NIC) soll eine nationale Krypto-Reserve gestärkt werden. Der Baukasten wirkt bewusst konservativ. Beschlagnahmte Kryptowährungen aus Ermittlungen sollen mit Gold und Fremdwährung kombiniert werden. Für die erste Ausstattung nennt NIC 350 Millionen US-Dollar.

NIC setzt auf fünf Hedgefonds statt direkter Eigenhaltung

Direktor Timur Suleimenov erklärte, dass Käufe über fünf ausgewählte Hedgefonds abgewickelt werden sollen. In dieser Phase will der staatliche Apparat demnach nicht selbst als direkter Marktteilnehmer auftreten. Das ist technisch ein Umweg, politisch aber naheliegend.

Über Fonds lassen sich Governance, Verwahrung und Reporting standardisieren, und die operative Reibung bleibt kleiner, als wenn eine Institution aus dem Zentralbankumfeld plötzlich selbst Wallets und Handelszugänge managt.

Neben dem Hedgefonds-Ansatz steht auch die Möglichkeit im Raum, perspektivisch in krypto-nahe Venture-Fonds zu investieren. Das wäre dann weniger klassische Reserveverwaltung und eher eine Art Kapitalallokation in einen Sektor, den man gleichzeitig reguliert und begrenzt.

Tokajew verweist auf 130 geschlossene Schattenbörsen

Präsident Kassym Jomart Tokajew legte die Kehrseite der Strategie nach. Laut seiner Darstellung haben Behörden 130 illegale Krypto-Börsen geschlossen, mit einem kombinierten Umsatz von rund 124 Millionen US-Dollar. Zudem seien Vermögenswerte von mehr als 5 Millionen US-Dollar beschlagnahmt worden. Genau diese Bestände könnten nun, zumindest teilweise, in eine Reserve-Logik überführt werden.

Der Schritt passt in ein Muster, das man derzeit häufiger sieht. Staaten versuchen, Kontrolle über informelle Krypto-Ströme zu gewinnen, ohne das Thema komplett aus dem Land zu drängen. Kasachstan wählt dafür eine Mischung aus Repression im Graumarkt und institutionalisierter Exponierung über verwaltete Vehikel.