- Kolumbiens Steuer- und Zollbehörde DIAN verpflichtet lokale Krypto-Dienstleister per Resolution 000240 zur Abgabe detaillierter Nutzer- und Transaktionsdaten.
- Die Maßnahme soll Steuertransparenz erhöhen und Steuerhinterziehung im Digital-Asset-Sektor erschweren.
Kolumbien zieht die Schrauben bei Krypto-Reporting an. Die National Directorate of Taxes and Customs (DIAN) hat mit der Resolution 000240 eine verpflichtende Meldeanforderung für lokale Krypto-Service-Provider eingeführt, datiert auf den 24. Dezember 2025. Betroffen sind demnach Börsen, Intermediäre und weitere Plattformen, die mit Bitcoin, Ether, Stablecoins und anderen Kryptowährungen arbeiten.
Resolution 000240 rückt Krypto näher an klassische Steuerlogik
Im Kern will DIAN, dass relevante Marktteilnehmer nicht nur Transaktionen ermöglichen, sondern auch Daten sammeln und an die Behörde übermitteln. Gemeint sind „detaillierte Nutzer- und Transaktionsdaten“ und damit Informationen, die eine Zuordnung von Aktivitäten zu Steuerpflichtigen ermöglichen. Für den Staat ist das die zentrale Lücke: Ohne Daten bleibt Krypto steuerlich schwer greifbar, selbst wenn das Volumen wächst und die Nutzung längst nicht mehr nur ein Nischenthema ist.
Wichtig ist dabei der Rahmen. DIAN koppelt die Pflicht nicht an ein einzelnes Asset oder einen Spezialfall, sondern an den Dienstleister, der den Zugang bereitstellt. Das ist dieselbe Denke, die man aus dem traditionellen Finanzsystem kennt: Wer die Schiene betreibt, soll melden. Wer meldet, wird prüfbar.
Für Börsen und Nutzer wird Compliance zum Alltag
Für lokale Anbieter bedeutet das zusätzliche Prozesse, Identitätsprüfung, Datenspeicherung, Auswertungen, Reporting-Routinen. Viele Plattformen dürften Teile davon bereits haben, aber die Aufsicht macht jetzt klar, dass „haben“ nicht reicht, es muss standardisiert geliefert werden. Je nach Ausgestaltung können darunter neben Identitätsdaten auch Angaben zu Kontobewegungen und Transaktionsmustern fallen, ohne dass Nutzer jeden Einzelschritt aktiv melden müssen.
Für Nutzer ist die praktische Folge simpel, auch wenn sie unbequem klingt: Krypto-Aktivität wird in Kolumbien weniger anonym und stärker wie ein regulärer Finanzkanal behandelt. Der Staat setzt damit auf Transparenz statt Parallelökonomie. Und er signalisiert, dass der Digital-Asset-Markt nicht außerhalb des Steuerregimes wachsen soll, sondern darin.






