- Der Kryptomarkt geriet unter Druck, nachdem aus Brüssel Signale für mögliche Vergeltungszölle gegen die USA kamen.
- EU-Botschafter sollen sich spät am Sonntag auf einen gemeinsamen Kurs geeinigt haben, um auf die US-Zollandrohungen zu reagieren.
Der Abverkauf im Kryptomarkt bekam zu Wochenbeginn politischen Treibstoff. Aus Europa kamen Hinweise, dass Brüssel eine retaliatorische Antwort auf US-Zollpläne vorbereitet. Das reichte, um Risikoassets gleichzeitig zu treffen, und Krypto reagiert in solchen Momenten selten gelassen.
Brüssel signalisiert Gegenkurs zu US Zöllen
Berichten zufolge erzielten die EU-Botschafter am späten Sonntagabend eine gemeinsame Position zum Umgang mit den US-Drohungen.
Dies ist von großer Bedeutung für die Märkte. Konkrete Handelskonflikte führen zu zunehmender Unsicherheit hinsichtlich Wachstum, Lieferketten und Unternehmensgewinnen und damit auch hinsichtlich Zinssätzen und Dollar.
Kryptowährungen sind zwar nicht direkt von Zöllen betroffen, werden aber stark von Liquidität und Marktstimmung beeinflusst.
Genau deshalb wirkt die Reaktion oft überproportional. Vieles im Markt ist gehebelt, viel ist kurzfristig positioniert. Sobald Risk off durch die Schlagzeilen läuft, werden Positionen reduziert, nicht diskutiert.
Warum Krypto bei Handelsstreit schnell unter Druck gerät
Der Mechanismus ist inzwischen vertraut. Erst werden die großen Coins verkauft, weil sie am liquidesten sind. Dann folgen Altcoins, weil dort die Orderbücher schneller ausdünnen. Parallel laufen Liquidationen, wenn der Kursrutsch zu schnell kommt. Diese Kaskade hat weniger mit der EU zu tun als mit der Marktstruktur von Krypto.
Ob der Rückgang nur ein kurzer Schreck ist oder mehr wird, hängt davon ab, ob aus den Signalen tatsächlich Maßnahmen werden und wie Washington darauf reagiert. Für Trader zählt in den nächsten Sessions vor allem, ob der Verkaufsdruck aus Derivaten abklingt und ob Spot-Käufer wieder bereit sind, Risiko zu nehmen.






