• Ledger bereitet laut Financial Times einen möglichen US-Börsengang vor und arbeitet dafür mit Goldman Sachs, Jefferies und Barclays zusammen, die Bewertung könnte über 4 Mrd. US-Dollar liegen.
  • CEO Pascal Gauthier spricht von einem Rekordjahr, getrieben durch steigende Hack- und Scam-Risiken, die die Nachfrage nach Self-Custody-Geräten erhöhen.

Ledger könnte der nächste große Krypto-Infrastruktur-Name werden, der an die Börse drängt. Der französische Hardware-Wallet-Hersteller arbeitet laut einem Bericht mit Goldman Sachs, Jefferies und Barclays an einem möglichen US-Börsengang. Die Bewertung könnte demnach über 4 Milliarden US-Dollar liegen, ein Listing wäre möglicherweise noch in diesem Jahr denkbar.

Bankenmandate und Bewertungssprung gegenüber 2023

Ledger wurde 2014 gegründet und hat seinen Sitz in Frankreich. 2023 lag die Unternehmensbewertung Berichten zufolge bei rund 1,5 Milliarden US-Dollar. Eine mögliche IPO-Bewertung jenseits der 4-Milliarden-Marke wäre damit ein deutlicher Sprung. Das passt in ein Umfeld, in dem der Kapitalmarkt Krypto-Firmen wieder selektiver, aber nicht grundsätzlich ablehnend betrachtet, vor allem wenn es um Infrastruktur statt um reine Token-Exposure geht.

Die Wahl der Banken deutet außerdem darauf hin, dass Ledger nicht als kleines Nischenlisting geplant wird. Goldman, Jefferies und Barclays sind ein Setup, das auf institutionelle Platzierung und eine breitere Equity-Story zielt.

Self-Custody profitiert von Scam-Welle und Sicherheitsdruck

CEO Pascal Gauthier sagt, Ledger habe ein Rekordjahr. Als Treiber nennt er steigende Risiken durch Hacks und Betrugsmaschen. Das ist eine nüchterne Beobachtung: Je mehr Kapital im Krypto-Ökosystem zirkuliert, desto größer wird die Angriffsfläche. Und je mehr Menschen über ETFs und Börsenprodukte in den Markt kommen, desto mehr wächst auch das Bedürfnis, Coins selbst zu verwahren, zumindest bei einem Teil der Nutzer.

Für Ledger ist das ein Vorteil, weil das Produktversprechen sehr klar ist: sichere Self-Custody, ohne die Komplexität eines eigenen Full-Node-Setups. Gleichzeitig hängt die Equity-Story an Vertrauen. Hardware-Wallets werden gekauft, weil sie Sicherheit versprechen. Jede Diskussion über Lieferketten, Firmware, Social Engineering oder Support-Scams wirkt deshalb doppelt.

Ein US-IPO würde Ledger stärker in den Fokus klassischer Investoren bringen. Und es würde zeigen, dass der Markt 2026 nicht nur auf Börsen und Stablecoin-Emittenten schaut, sondern auch auf die Sicherheitsinfrastruktur, die Krypto im Alltag überhaupt tragfähig macht.