• Moldau will bis Ende 2026 ein umfassendes Krypto-Gesetz einführen und sich dabei eng am EU-Rahmen MiCA orientieren, sagt Finanzminister Andrian Gavrilita.
  • Bürger sollen Krypto halten und handeln dürfen, als Zahlungsmittel will die Regierung digitale Assets jedoch nicht anerkennen.

Moldau will Krypto aus der rechtlichen Grauzone holen, aber nicht in den Alltag der Kasse bringen. Finanzminister Andrian Gavrilita sagte, die Regierung plane bis Ende 2026 die erste umfassende Krypto-Gesetzgebung des Landes.

Der Rahmen soll sich am EU-Regelwerk MiCA orientieren, also an jenem Standard, der in Europa gerade zur Eintrittskarte für seriöse Krypto-Dienstleistungen wird.

MiCA als Vorlage, aber ohne „Legal Tender“-Debatte

Gavrilita erklärte im staatlichen Fernsehen, man arbeite mit Regulierern an einem Rechtsrahmen, der Bürgern das Halten und Handeln von Kryptowährungen ausdrücklich erlaubt.

Gleichzeitig zieht die Regierung eine klare Grenze: Digitale Assets sollen nicht als Zahlungsmittel anerkannt werden. Das ist ein klassischer europäischer Kompromiss. Investierbar ja, nutzbar im Zahlungsverkehr nur in sehr kontrollierten Bahnen.

Seine Formulierung ist bemerkenswert direkt. Der Staat habe die Verantwortung zu regulieren, und es sei das Recht der Bürger, diese Währungen zu halten, sagte Gavrilita. „Man kann Kryptowährungen nicht verbieten“, fügte er hinzu.

Das klingt weniger nach Krypto-Euphorie als nach politischem Realismus. Verbotspolitik drängt Märkte in den Schatten. Regulierung holt sie zurück in den Sichtbereich, inklusive Steuern, AML und Aufsicht.

Zeitplan bis Ende 2026, EU-Annäherung als Treiber

Der Minister räumte ein, dass es kurzfristig nicht schnell gehen werde. „Ich weiß nicht, ob wir es nächsten Monat schaffen“, sagte er sinngemäß, verwies aber auf die Verpflichtung gegenüber der EU.

Für Moldau ist das mehr als Symbolik. Die Annäherung an EU-Standards ist ein politisches Projekt, und Krypto-Regeln sind inzwischen Teil davon, ob man als kompatibel und investierbar gilt.

Für lokale Anbieter könnte ein MiCA-naher Rahmen den Zugang zu Banken, Zahlungsdienstleistern und Partnerschaften erleichtern. Für Nutzer bedeutet er, dass Krypto weniger Wildwest wird, aber auch weniger anonym.

Die Frage wird sein, wie streng die Ausgestaltung ausfällt, welche Lizenzen nötig sind, wie Custody geregelt wird und ob Stablecoins als Infrastruktur behandelt oder als Risiko eingehegt werden.

Moldau setzt damit auf Integration in europäische Regellogik, ohne die monetäre Souveränität anzutasten. Handel ja, Alltagspayment nein. In vielen Ländern ist das aktuell genau die Linie.