- Nigeria verknüpft Krypto-Transaktionen künftig systematisch mit Steuer- und Identitätsnummern und verpflichtet VASPs zur Datenerhebung und monatlichem Reporting.
- Große oder verdächtige Trades sollen zusätzlich markiert und an Behörden gemeldet werden, während die Regierung betont, dass die Blockchain-Architektur dadurch nicht „unsicherer“ werde.
Nigeria zieht bei Krypto den Stecker aus der Grauzone, zumindest aus steuerlicher Sicht. Ein neues Steuergesetz verpflichtet Virtual-Asset-Service-Provider (VASPs), Krypto-Aktivitäten stärker an Identitäten zu binden.
Zentral sind dabei zwei Nummern: die Tax Identification Number (TIN) und die National Identity Number (NIN). Künftig sollen Transaktionen für Steuerzwecke nachvollziehbar sein, ohne dass die Regierung damit an der technischen Sicherheit der Blockchains selbst herumdreht. So lautet jedenfalls die Botschaft.
TIN und NIN als Pflichtfelder, monatliche Reports an die Steuerbehörden
Für Anbieter bedeutet das vor allem: mehr KYC, mehr Datenhaltung, mehr Routineprozesse. VASPs müssen Nutzerinformationen erfassen, darunter TIN oder NIN, Namen und Adressen. Zusätzlich sollen sie monatliche Transaktionsberichte an die Steuerbehörden übermitteln. Der Staat bekommt damit eine strukturierte Datenbasis, die über Einzelfallprüfungen hinausgeht.
Das ist eine klare Verschiebung. Nigeria ist einer der aktivsten Märkte für Krypto und Stablecoins, nicht nur aus Spekulationsgründen, sondern wegen Zahlungsverkehr, Inflationsschutz und internationaler Transfers. Je größer die Nutzung, desto stärker der fiskalische Druck. Ein Steuersystem, das nicht sieht, verliert.
Verdachtsmeldungen an Strafverfolger, ein neuer Compliance-Alltag
Neben dem steuerlichen Reporting verlangt das Gesetz, große oder verdächtige Trades zu markieren und an die Strafverfolgung weiterzuleiten. Damit rückt Nigeria näher an die Logik klassischer Finanzaufsicht, Schwellenwerte, Suspicious Activity, Eskalationskanäle.
Für Börsen und Broker ist das aufwendig, aber es ist auch eine Eintrittskarte in einen legaleren Marktstatus. Wer Compliance liefern kann, darf operieren. Wer es nicht kann, wird aus dem offiziellen System gedrängt.
Interessant ist die Formulierung, dass die Blockchain-Sicherheit dadurch nicht kompromittiert werde. Technisch stimmt das, ein Gesetz ändert keine Kryptographie. Praktisch ändert es aber die Privatsphäre-Ebene um die Chains herum. Der Staat greift nicht in den Code ein, sondern in die Schnittstellen, Onramps, Börsen, VASPs. Genau dort entsteht die Nachverfolgbarkeit.
Für den Markt ist das eine weitere Bestätigung: Regulierung kommt nicht unbedingt als Verbot, sondern als Datenspur. In Nigeria wird diese Spur jetzt deutlich breiter.






