- Der brasilianische Energie- und Logistikkonzern Nimofast startet mit Nimofast Global eine Plattform, die langfristig bis zu 100 Mrd. US-Dollar an realwirtschaftlich besicherten Energie- und Commodity-Assets tokenisieren soll.
- Technologischer Partner ist Parfin, die Plattform setzt auf die Rayls-Infrastruktur; der operative Start wird bis Ende des ersten Quartals 2026 erwartet.
Nimofast will Tokenisierung in Brasilien aus der PowerPoint-Phase herausziehen und in die operative Finanzierung bringen.
Der Energie- und Logistikkonzern hat mit Nimofast Global eine institutionelle Plattform angekündigt, die reale Vermögenswerte und Cashflows in blockchainbasierte Strukturen überführen soll. Die Zielgröße ist ambitioniert: bis zu 100 Milliarden US-Dollar an tokenisierbaren Real-World-Energy- und Commodity-Assets.
Parfin und Rayls als Infrastruktur, Nimofast bleibt Originator
Technologisch arbeitet Nimofast mit Parfin zusammen und setzt auf deren Rayls-Infrastruktur. Rayls wird als institutionelle Blockchain beschrieben, die Governance, Sicherheit, Privacy und Compliance-Kontrollen für die Tokenisierung realer Assets mitbringen soll.
Nimofast betont gleichzeitig eine klassische Rollenverteilung: Asset Origination, Strukturierung und Governance liegen beim Konzern bzw. bei Nimofast Global, Rayls ist die technische Schicht darunter.
CEO Ramon Gomes Reis rahmt das Projekt als Finanzierungsthema. Aus Dubai heraus habe man nach Finanzierung gesucht, die mit dem operativen Geschäft mithalten kann. Legacy-Infrastruktur sei dafür zu langsam und zu unflexibel gewesen. Tokenisierung soll hier nicht „Web3“ bedeuten, sondern schnellere Strukturierung, bessere Auditierbarkeit und eine Brücke zu Standards der traditionellen Kapitalmärkte.
Welche Assetklassen tokenisiert werden sollen, Start bis Ende Q1 2026
Nimofast Global will schrittweise mehrere Assetklassen strukturieren, sowohl eigene als auch Drittassets. Genannt werden kommerzielle und finanzielle Forderungen, Cargo und Inventare, logistikbezogene Instrumente sowie Assets aus agrarischen Lieferketten. Außerdem sollen operative Sachwerte wie Terminals, Häfen, Minen und Industrieanlagen aus dem Energiesektor in Frage kommen.
Der operative Launch ist bis Ende des ersten Quartals 2026 geplant, zunächst mit ausgewählten Use Cases und Assets, die „klare wirtschaftliche Substanz“ und robuste Governance aufweisen sollen.
Das ist eine wichtige Einschränkung, weil gerade bei Tokenisierung die kritische Frage nicht die Chain ist, sondern die Durchsetzbarkeit von Rechten, die Qualität der Daten und die rechtliche Struktur um die Cashflows.
Nimofast verweist zudem auf seine eigene Entwicklung seit 2014, vom Importeur zum regionalen Fuel-Distributor und Logistikplayer.
Der Schritt in Tokenisierung wirkt damit weniger wie ein Krypto-Ausflug, sondern wie der Versuch, Finanzierung und Betrieb enger zu verzahnen. In Brasilien wird man vor allem darauf schauen, ob die Plattform tatsächlich Transaktionen in Größe liefert, nicht nur Ankündigungen.





