- Pendle ersetzt vePENDLE durch sPENDLE als zentrales Governance- und Reward-Asset und begründet den Schritt mit schwacher Nutzung des bisherigen Modells.
- sPENDLE soll als „liquid staking token“ fungieren, Gebühren- und Governance-Rechte bündeln und eine 14-tägige Withdrawal-Periode haben.
Pendle greift in seine eigene Token-Mechanik ein und macht damit klar, dass veToken-Modelle nicht mehr automatisch als Standard gelten. Die DeFi-Yield-Plattform kündigte an, vePENDLE als primäres Governance- und Reward-Asset zu ersetzen. Stattdessen soll sPENDLE eingeführt werden, ein „liquid staking token“, der künftig Governance- und Gebührenrechte bündeln soll.
Warum vePENDLE nicht gezogen hat
Pendle begründet den Wechsel mit niedriger Adoption. Das ist ein bemerkenswert offenes Eingeständnis, weil veToken-Strukturen lange als best practice galten, Lock-up, Boost, langfristige Ausrichtung, fertig.
In der Praxis haben sie aber oft ein UX-Problem: Komplexität, illiquide Positionen, und ein Gefühl von „du bist drin, aber kommst nur schwer wieder raus“. Für Protokolle kann das die Governance stabilisieren. Für normale Nutzer ist es häufig eine Hürde.
Pendle sagt, sPENDLE sei der nächste Schritt der Tokenomics, um die Grenzen von vePENDLE zu beheben und neue Chancen für Holder zu öffnen. Hinter dieser Formulierung steckt meist der Versuch, Governance nicht nur für Power-User attraktiv zu machen, sondern für eine breitere Basis, ohne dass sich jeder durch Locking-Strategien und Boost-Rechner kämpfen muss.
sPENDLE als liquid fee token mit 14 Tagen Withdrawal
Im neuen Modell wird sPENDLE als liquid fee und governance token beschrieben, mit einer 14-tägigen Withdrawal-Periode. Das ist ein klarer Designentscheid: Liquidität ja, aber nicht ohne Reibung. 14 Tage sind lang genug, um kurzfristige „rein für den Snapshot, raus am selben Tag“-Taktiken zu erschweren, und kurz genug, um nicht wie ein echter Lock-up zu wirken.
Für Pendle wird entscheidend sein, wie die Migration abläuft und wie sich die Machtverhältnisse in der Governance verschieben. Liquidere Governance-Tokens können Beteiligung erhöhen, aber sie können auch Capture-Risiken verändern, weil Positionen schneller aufgebaut werden können. Pendle setzt offenbar darauf, dass der Nettonutzen überwiegt.
Der Schritt ist damit weniger eine technische Änderung als eine Aussage darüber, wohin DeFi-Tokenomics gerade kippt. Weg von maximaler Bindung, hin zu Modellen, die Governance mit Liquidität vereinbaren wollen, ohne die Nutzer zu verlieren, bevor sie überhaupt abstimmen.





