- Polygon hat laut aktuellen Daten erstmals höhere tägliche Transaktionsgebühren als Ethereum erzielt.
- Treiber sind stark genutzte Onchain-Prediction-Märkte, die das Netzwerkaufkommen und die Gebührenbasis von Polygon deutlich erhöhen.
Polygon hat Ethereum beim wohl sensibelsten Kennwert der Netzökonomie überholt: den täglich eingenommenen Gebühren.
Laut Daten von Token Terminal generierte das Layer-2-Netzwerk am Freitag rund 407.100 US-Dollar an Fees, während Ethereum auf etwa 211.700 US-Dollar kam – das erste Mal, dass Polygon seinen „großen Bruder“ in dieser Metrik übertrifft.
Prediction-Märkte ziehen Liquidität und Trader an
Der Sprung kommt nicht aus dem Nichts. Seit Wochen verlagert sich ein Teil der Onchain-Spekulation auf Prediction-Märkte, die auf Polygon aufsetzen. Dort werden Wahrscheinlichkeiten für Wahlen, Makroereignisse oder Krypto-spezifische Themen gehandelt. Jeder Trade löst Gebühren aus, und im Aggregat entsteht ein Fee-Aufkommen, das inzwischen selbst Ethereum überlagert.
Für Netzökonomien wie Polygon sind Gebühren mehr als nur Umsatz. Sie sind ein Proxy für reale Nutzung: Orderflow, Settlement, Arbitrage, Hedging. Wenn Trader, Market Maker und Privatanleger dieselben Smart Contracts immer wieder ansteuern, verdichtet sich das in steigenden Fee-Kurven. Genau dieses Muster zeigt sich jetzt im Polygon-Ökosystem.
Ethereum bleibt Referenz – Polygon testet andere Nachfragekurven
Trotz des kurzfristigen Überholmanövers bleibt Ethereum die Referenzkette für Sicherheit, Settlement und Vermögensspeicher im EVM-Universum. Die aktuellen Zahlen deuten jedoch darauf hin, dass spezialisierte Use Cases – in diesem Fall Prediction-Märkte – temporär eine andere Nachfragekurve erzeugen können als das eher breit genutzte Ethereum-Mainnet.
Für Protokoll-Designer, DeFi-Teams und Infrastruktur-Anbieter ist der Fee-Sprung auf Polygon ein datapoint, der Fragen aufwirft: Welche Anwendungen sind gebührenstark genug, um ein L2-Netzwerk zu tragen, und wie stabil ist diese Nachfrage über Marktzyklen hinweg. Polygon liefert dazu im Moment ein ziemlich klares Live-Experiment.







