• Sechs auffällige Wallets erzielten mit Wetten auf einen US-Angriff auf Iran laut Onchain-Auswertungen rund 1,2 Millionen Dollar Gewinn.
  • Mehrere dieser Wallets wurden erst kurz vor den Trades finanziert und kauften ihre Ja-Anteile nur Stunden vor Beginn der Angriffe.

Auf Polymarket ist aus geopolitischer Spekulation plötzlich ein Fall für eine unangenehme Debatte geworden. Nicht wegen der bloßen Wette auf ein Ereignis, sondern wegen des Timings einiger Trades.

Neue Wallets, altes Problem

Einer Analyse von Daten aus mehreren zitierten Berichten zufolge erzielten sechs Wallets angeblich Gewinne von rund 1,2 Millionen US-Dollar durch Wetten auf ein positives Ergebnis im Marktsegment „US-Angriff auf Iran bis zum 28. Februar 2026“. Besonders auffällig ist, wie neu diese Konten waren. Einige der Wallets wurden kurz vor den Transaktionen erstellt und innerhalb von 24 Stunden aufgeladen.

Die Käufe selbst erfolgten demnach nur wenige Stunden vor Beginn der militärischen Aktion. Genau das treibt nun die Spekulation an, ob hier lediglich sehr aggressive Risikowetten platziert wurden oder ob einzelne Trader über Informationen verfügten, die dem breiten Markt noch nicht vorlagen. Belegt ist Letzteres bislang nicht. Die Muster wirken nur, sagen wir es nüchtern, ungewöhnlich präzise.

Ein einzelner Trade machte fast eine halbe Million

Besonders ins Auge fällt ein Wallet, das erst seit wenigen Tagen aktiv gewesen sein soll. Dieses Konto setzte laut den veröffentlichten Daten rund 60.000 Dollar zu etwa 10,8 Cent pro Anteil ein und verwandelte die Position innerhalb kurzer Zeit in einen Gewinn von rund 493.000 Dollar. Je nach Berechnung des Auszahlungswerts lag der Rückfluss sogar näher an 560.000 Dollar.

Der Fall trifft Polymarket in einem heiklen Moment. Die Plattform steht schon länger unter Beobachtung, wenn es um sensible Ereignisse mit politischem oder militärischem Gewicht geht. Dass nun ausgerechnet ein Markt zu einem realen Angriff derart treffsichere Spätwetten zeigte, dürfte die Diskussion über Überwachung, Marktintegrität und mögliche Insidergeschäfte eher verschärfen als beruhigen.