• Jerome Powell sagt, weitere Zinssenkungen hängen vor allem vom Arbeitsmarkt ab, bei stabiler Beschäftigung will die Fed trotz weiterhin erhöhter Inflation zunächst abwarten.
  • Die Fed ließ den Leitzins unverändert in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent und verwies auf eine Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent im Dezember sowie zuletzt schwache Payroll-Daten.

Jerome Powell setzt den Fokus wieder klar auf den Arbeitsmarkt. Nach der jüngsten FOMC-Sitzung sagte der Fed-Chef, weitere Zinssenkungen würden vor allem dann in Frage kommen, wenn der Arbeitsmarkt deutlich schwächer werde. Bleibe er hingegen stabil, wolle die Notenbank die Zinsen trotz weiterhin erhöhter Inflation vorerst unverändert lassen.

Leitzins bleibt bei 3,50–3,75%, Fed sieht Stabilisierung, aber wenig Dynamik

Die Fed ließ den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. In der Erklärung hieß es, die Arbeitslosenquote zeige Anzeichen einer Stabilisierung, während die Inflation „somewhat elevated“ bleibe. Powell griff diese Linie in seinem Statement auf und sprach von einer möglichen Stabilisierung nach einer Phase gradueller Abschwächung.

Die Arbeitslosenquote lag im Dezember bei 4,4 Prozent und habe sich in den letzten Monaten kaum verändert. Gleichzeitig klingt das Jobbild unter der Oberfläche weniger komfortabel. Powell sagte, die Beschäftigungszuwächse seien niedrig geblieben. Die Nonfarm Payrolls seien über die vergangenen drei Monate im Schnitt um 22.000 Stellen pro Monat zurückgegangen. Das ist kein Crash, aber es ist ein Signal für Abkühlung.

Drei Cuts im Vorjahr, jetzt „wait and see“ als Basis-Szenario

Powell erinnerte daran, dass die drei Zinssenkungen im vergangenen Jahr die Geldpolitik in eine „plausible“ neutrale Zone gebracht hätten. Das sollte den Arbeitsmarkt stabilisieren, während die Inflation ihren Abwärtstrend fortsetzt. Genau deshalb wirkt die aktuelle Haltung weniger wie ein Kurswechsel und mehr wie eine Pause. Die Fed will sehen, ob die bisherigen Schritte reichen, ohne zu früh nachzulegen.

Für Märkte ist die Botschaft ambivalent. Wer auf schnelle Cuts setzt, bekommt einen klaren Haken: Erst wenn der Arbeitsmarkt kippt. Wer vor inflationärer Persistenz warnt, hört zugleich: Stabiler Arbeitsmarkt ist für die Fed ein Argument, nicht zu lockern, auch wenn Preisniveaus noch nicht perfekt sind.

Powell liefert damit eine einfache Reaktionsfunktion. Schwacher Arbeitsmarkt, mehr Cuts. Stabiler Arbeitsmarkt, Zinsen bleiben, auch wenn die Inflation noch nicht da ist, wo sie langfristig hin soll.