- Pump.fun startet mit „Pump Fund“ einen Investmentarm und finanziert parallel einen 3-Millionen-Dollar-Hackathon, der 12 Projekte mit jeweils 250.000 Dollar unterstützt.
- Die Plattform spricht von langfristiger Begleitung und öffnet sich auch für Startups ohne direkten Krypto-Bezug, während das Memecoin-Volumen seit den Peaks Anfang 2025 nachgelassen hat.
Pump.fun versucht, sich aus der reinen Memecoin-Schublade zu lösen. Die Solana-nahe Launchpad-Plattform kündigte am Montag den Start eines Investmentarms mit dem Namen „Pump Fund“ an. Dazu kommt ein Hackathon im Umfang von 3 Millionen US-Dollar. Zwölf Projekte sollen jeweils 250.000 Dollar erhalten, bei einer angesetzten Bewertung von 10 Millionen Dollar.
12 Tickets à 250.000 Dollar, Bewertung als Standardpaket
Das Setup wirkt wie ein standardisiertes Venture-Format: viele kleine Checks, klare Terms, schnelle Auswahl. Für Pump.fun ist das neu, zumindest in dieser formalen Form. Der Hackathon schafft Dealflow, Pump Fund soll danach die langfristige Klammer werden. Das Team sagt, man wolle sich mit Projekten „long-term“ ausrichten, und zwar nicht nur mit Krypto-Startups. Mentoring soll direkt von den Pump.fun-Gründern kommen.
Das ist ein bemerkenswerter Satz, weil er implizit die Zielgruppe verschiebt. Wenn ein Memecoin-Launchpad plötzlich auch nicht-kryptobasierte Teams ansprechen will, geht es nicht mehr um das nächste Token-Listing, sondern um Produktbau und vielleicht auch um neue Revenue-Quellen jenseits von Trading-Fee-Zyklen.
Der Pivot kommt nach sinkenden Volumen
Timing ist selten Zufall. Pump.fun profitierte Anfang 2025 stark von einer Memecoin-Frenzy, die die Volumina nach oben trieb und das Launchpad zum Drehkreuz machte. Seitdem sind die Handelsvolumen von den Hochs zurückgekommen. Wer sein Geschäftsmodell an Hype bindet, bekommt irgendwann den Moment, in dem man entweder diversifiziert oder die nächste Welle abwartet. Pump.fun entscheidet sich offenbar für Diversifizierung.
Für Solana und das breitere Ökosystem kann das zwei Dinge bedeuten. Erstens: Pump.fun institutionalisiert seine Rolle und versucht, Wertschöpfung früher in der Pipeline abzugreifen, nicht erst beim Trading. Zweitens: Es könnte eine gewisse Reifung signalisieren, wenn aus einem Meme-Engine-Projekt ein Venture-ähnlicher Player wird, der „mentorship“ und Langfristbegleitung verspricht.
Ob Pump Fund mehr ist als Branding, wird daran hängen, welche Projekte ausgewählt werden und ob sie nach dem Hackathon tatsächlich weiter finanziert und unterstützt werden. 3 Millionen Dollar sind in Venture-Maßstäben klein, aber als Signal ist es klar: Pump.fun will ein zweites Standbein, bevor der nächste Memecoin-Zyklus wieder die Regeln schreibt.






