• SharpLink Gaming hat rund 170 Mio. US-Dollar in ETH auf Linea eingesetzt und gestakt und verlagert damit einen Teil seiner Ethereum-Treasury aktiv auf eine Layer-2.
  • Das Unternehmen hält nach eigenen Angaben rund 864.800 ETH und steht zugleich wegen personeller Überschneidungen im Fokus, Chairman Joseph Lubin führt Consensys, das Linea incubiert hat.

SharpLink Gaming macht aus seiner Ethereum-Treasury eine operative Position. Das börsennotierte Unternehmen teilte mit, rund 170 Millionen US-Dollar in Ether auf der Layer-2 Linea deployt und gestakt zu haben. Damit wird ein Teil der Bestände nicht nur gehalten, sondern aktiv in ein L2-Ökosystem verschoben, mit Yield als Motiv und mit Infrastruktur-Risiken als Begleitmusik.

170 Mio. Dollar auf Linea, während SharpLink insgesamt 864.800 ETH hält

SharpLink gilt als eine der größten börsennotierten Ethereum-Treasury-Firmen. Nach Angaben des Unternehmens liegen die Bestände bei etwa 864.800 ETH, was zuletzt einem Gegenwert von knapp 2,7 Milliarden US-Dollar entsprach.

Die 170 Millionen auf Linea sind also kein kompletter Strategiewechsel, aber groß genug, um als Signal verstanden zu werden: Treasury wird nicht mehr nur als Bilanzsymbol betrachtet, sondern als Kapital, das in Krypto-eigene Renditestrukturen wandert.

Für Ethereum selbst ist das ein interessanter Test, weil es zeigt, wie große Halter mit der Layer-2-Landschaft umgehen. L2s versprechen günstige Abwicklung und neue DeFi-Märkte. Gleichzeitig verschieben sie Risiken, Brückenmechanismen, Smart-Contract-Exposure, Protokollabhängigkeiten. Wer im Milliardenbereich unterwegs ist, denkt dabei sehr viel genauer über operative Prozesse nach.

Lubin-Verbindung und Lineas TVL-Rückgang als Kontext

Zusätzliche Aufmerksamkeit zieht die Personallage. SharpLink-Chairman Joseph Lubin ist Gründer und CEO von Consensys, jenem Unternehmen, das Linea incubiert hat. Das ist nicht automatisch ein Konflikt, aber es ist eine Überschneidung, die in öffentlichen Märkten schnell Fragen auslöst, etwa zu Governance, Interessenausrichtung und Transparenz.

Linea selbst steht zudem nicht in einer Wachstumsphase. Seit dem Start des Tokens im September ist der Total Value Locked deutlich gefallen, von einem Peak bei rund 1,64 Milliarden US-Dollar auf zuletzt etwa 186 Millionen. In diesem Umfeld wirkt ein großer ETH-Deployment wie ein Vertrauenssignal, gleichzeitig aber auch wie ein Wetten auf eine Erholung der Aktivität.

Für SharpLink ist der Schritt vor allem eines: ein Versuch, ETH als Treasury-Asset produktiv zu machen, ohne die eigene Liquidität komplett aus der Hand zu geben. Wie gut das aufgeht, entscheidet sich weniger am ersten Staking-Block als daran, wie stabil die L2-Ökonomie in den nächsten Quartalen bleibt.