- Sonic Labs will Kernanwendungen gezielt selbst bauen und zukünftig auch übernehmen, um die Nutzung und Nachfrage des S-Tokens zu erhöhen.
- Das Team spricht offen über „Value Leakage“ und will wichtige wirtschaftliche Aktivitäten im eigenen Ökosystem stärker internalisieren und monetarisieren.
Sonic Labs, das Team hinter der Layer-1-Blockchain Sonic, früher bekannt als Fantom, stellt seine Produktstrategie um. In einem Beitrag mit dem Titel „Vertical Integration: The Missing Link in L1 Value Creation“ kündigte das Unternehmen an, stärker auf vertikale Integration zu setzen, also auf das eigene Bauen und potenziell auch Kaufen von Anwendungen, die direkt auf den S-Token einzahlen sollen.
Vertikale Integration statt „Value Leakage“
Konkret geht es um Apps dort, „wo Token Utility, Liquidität und Nutzung zusammenlaufen“, wie Sonic Labs formuliert. Hinter der Wortwahl steckt ein klassisches L1-Problem: Viel Aktivität findet zwar auf der Chain statt, aber der ökonomische Nutzen landet häufig bei einzelnen Protokollen, Frontends oder Token, nicht zwingend beim Basis-Asset.
Sonic spricht das ungewöhnlich direkt an und nennt es „Value Leakage“. Die Abhilfe soll darin bestehen, zentrale wirtschaftliche Aktivitäten zu „ownen“, zu internalisieren und zu monetarisieren.
Für den S-Token heißt das: Utility soll nicht nur eine abstrakte Erzählung bleiben, sondern in Produktmechanik übersetzt werden, etwa über Gebührenströme, Liquiditätsanreize oder Nutzungsfälle, die ohne S nicht sauber funktionieren. Welche konkreten Apps als „core“ gelten, ließ das Team offen, aber der Fokus liegt klar auf Infrastruktur, nicht auf Spielerei.
Akquisitionssignal bei offenem Entwicklerzugang
Trotz des stärkeren Eigengewichts betont Sonic Labs, die Plattform bleibe offen und permissionless für Entwickler. Der Subtext ist trotzdem eindeutig: Wer Wert ins System bringt, ist willkommen, wer nur extrahiert, wird es schwerer haben, strategisch relevant zu werden.
Bemerkenswert ist der Akquisitionshinweis. Sonic Labs deutet an, dass man nicht nur entwickeln, sondern auch zukaufen will, um schneller an Reichweite, Nutzerflüsse oder bewährte Produkte zu kommen. Das ist eine Ansage an ein Umfeld, in dem L1s zunehmend über „App Distribution“ konkurrieren, nicht nur über TPS und Gebühren.







