- Die südkoreanische Finanzaufsicht FSS hat eine reguläre Prüfung bei Bithumb nach einer Bitcoin-Panne zu einer formellen Untersuchung hochgestuft.
- Auslöser ist ein „Fat-Finger“-Fehler vom 6. Februar, bei dem 620.000 BTC statt eines Won-Betrags an Nutzerkonten gutgeschrieben worden sein sollen.
Südkoreas Finanzaufsicht nimmt die Kryptobörse Bithumb nach einer außergewöhnlichen Panne ins Visier.
Wie die Nachrichtenagentur Yonhap am Dienstag berichtete, hat der Financial Supervisory Service (FSS) eine ursprünglich routinemäßige Inspektion zu einer umfassenden Untersuchung ausgeweitet. Ein FSS-Vertreter sprach demnach von „äußerster Ernsthaftigkeit“ und stellte harte Maßnahmen in Aussicht, falls Marktordnung und Anlegerschutz verletzt wurden.
FSS prüft, wie Guthaben Reserven übersteigen konnten
Im Zentrum der Ermittlungen steht die Frage, wie Bithumb eine Menge Bitcoin verteilen konnte, die die tatsächlichen Reserven der Börse deutlich übertroffen haben soll. Für Aufseher ist das mehr als ein operativer Ausrutscher. Es berührt Kernpunkte wie interne Kontrollen, Buchungslogik, Freigabeprozesse und die Frage, ob Systeme der Börse Transaktionen stoppen, wenn Bestände rechnerisch ins Leere laufen.
Bithumb ist in Südkorea ein Schwergewicht. Entsprechend politisch ist die Lage, sobald eine Störung nicht nur einzelne Kunden betrifft, sondern potenziell das Vertrauen in den Markt insgesamt.
Die Panne vom 6. Februar und der Fehler bei der Einheit
Auslöser war ein Vorfall am 6. Februar: Im Rahmen einer Werbeaktion soll Bithumb versehentlich 620.000 BTC im Gegenwert von rund 43,1 Milliarden US-Dollar auf Hunderte Nutzerkonten verteilt haben. Berichten zufolge entstand der Fehler, weil ein Mitarbeiter die Belohnungseinheit als BTC statt als KRW (südkoreanischer Won) eingab.
Solche „Fat-Finger“-Fehler kennt man aus dem Handel, meist sind es zu viele Nullen oder falsche Ordergrößen. Hier geht es um die grundlegende Systemfrage, wie weit ein einzelner Eingabefehler überhaupt durchrutschen kann. Genau das dürfte die Aufsicht jetzt minutiös auseinandernehmen.







