• Tennessees Sportwetten-Aufsicht hat Kalshi, Polymarket und Crypto.com per Cease-and-desist aufgefordert, Sport-Event-Contracts im Bundesstaat zu stoppen.
  • Die Behörde wirft den Plattformen vor, de facto Sportwetten ohne Lizenz anzubieten und damit gegen das Tennessee Sports Gaming Act-Regime zu verstoßen.

Tennessee zieht eine klare Linie zwischen Prediction Markets und klassischer Sportwette. Die Tennessee Sports Wagering Council (SWC) hat Kalshi, Polymarket und Crypto.com in Unterlassungsschreiben angewiesen, Sport-Event-Contracts nicht mehr an Einwohner des Bundesstaats zu richten.

Die Briefe sind auf Freitag datiert und argumentieren, dass die angebotenen Produkte unter Tennessees Sportwettenregime fallen, ohne dass die Anbieter eine entsprechende Lizenz besitzen.

Cease-and-desist als Test, wer den Aufsichtsrahmen definiert

Der Konflikt ist nicht neu, aber er wird schärfer. Prediction Markets verkaufen ihre Kontrakte gern als Informationsmärkte, nicht als Wetten. Regulierer sehen oft genau das Gegenteil: Wenn ein Nutzer auf den Ausgang eines Spiels setzt und bei Treffer ausgezahlt wird, ist das für sie Sportwette, egal ob das Instrument „Contract“ heißt. Tennessees Behörde stellt sich nun explizit auf diese Seite und verweist auf Anforderungen nach dem Tennessee Sports Gaming Act.

Für Kalshi und Polymarket ist das besonders heikel, weil ihr Geschäftsmodell auf der Skalierung standardisierter Märkte beruht. Ein einzelner Bundesstaat ist finanziell nicht zwingend entscheidend. Aber er setzt Präzedenz, vor allem wenn andere Regulierer die Argumentation übernehmen.

Warum Crypto.com in derselben Liste landet

Dass auch Crypto.com adressiert wird, zeigt, wie sehr sich Krypto-Börsen inzwischen in Produkte hineinbewegen, die außerhalb klassischer Spot- und Derivate-Logik liegen. Sport-Contracts sind an der Grenze zwischen Finanzprodukt und Entertainment-Wette, und genau dort wird der Streit juristisch interessant.

In der Praxis dürfte es nun um zwei Fragen gehen. Erstens: Geofencing und Durchsetzung, also ob die Plattformen Bewohner Tennessees tatsächlich ausschließen und wie sauber das funktioniert. Zweitens: Zuständigkeit, also ob ein State-Regulator überhaupt das letzte Wort hat oder ob Anbieter versuchen, sich über andere regulatorische Kategorien zu verteidigen.

Für den Markt ist das weniger eine „Krypto“-Story als eine Governance-Story. Es geht darum, ob Prediction Markets als neue Finanzschicht wachsen dürfen oder ob sie im US-Flickenteppich der Sportwettenregeln zerrieben werden. Tennessee hat seine Position gerade sehr klar gemacht.