- Tether hat in den vergangenen 24 Stunden USDT im Umfang von über 182 Mio. US-Dollar eingefroren, verteilt auf fünf Wallets im Tron-Netzwerk.
- Der Schritt fällt in eine Phase, in der Stablecoins laut Branchenanalysen einen großen Teil der illicit Flows ausmachen und Emittenten stärker über Blacklists und Freeze-Funktionen operieren.
Tether hat innerhalb von 24 Stunden mehr als 182 Millionen US-Dollar in USDT eingefroren. Betroffen sind fünf Wallets im Tron-Netzwerk, mit Einzelbeträgen zwischen rund 12 und 50 Millionen US-Dollar. Welche konkreten Auslöser hinter den Maßnahmen stehen, wurde nicht offengelegt. In solchen Fällen reicht das Spektrum erfahrungsgemäß von Betrugsfällen über Sanktionsbezug bis hin zu Ermittlungsanfragen. Sicher ist nur: Das Instrument wurde genutzt, und zwar in einer Größenordnung, die aufhorchen lässt.
Fünf Tron-Wallets, keine Begründung, aber klare Signalwirkung
Technisch ist das Einfrieren bei zentral emittierten Stablecoins kein Geheimnis. Es ist Teil des Designs. USDT ist ein Dollar-Token, der zwar auf öffentlichen Chains läuft, aber über zentrale Kontrollpunkte verfügt, unter anderem Blacklists. Wenn Tether die Funktion nutzt, verschiebt sich die Liquidität sofort. Die Token bleiben sichtbar onchain, sind aber nicht mehr frei transferierbar.
Dass die betroffenen Wallets auf Tron liegen, passt zum Marktbild. Tron ist seit Jahren eine der Hauptschienen für USDT-Transfers, vor allem wegen niedriger Gebühren und schneller Abwicklung. Genau diese Effizienz macht es attraktiv, für legitime Nutzer ebenso wie für Akteure, die lieber im Schatten bleiben.
Stablecoins im AML-Fokus, Tether baut Freeze-Praxis aus
Der Freeze fällt in eine Zeit, in der Stablecoins regulatorisch und forensisch im Mittelpunkt stehen. Daten von Chainalysis zeigen, dass Stablecoins bis Ende 2025 rund 84 Prozent des illicit Transaktionsvolumens ausgemacht haben sollen. Das ist nicht gleichbedeutend mit „Stablecoins sind kriminell“, sondern eher ein Hinweis auf die Realität: Wer schnell, global und in Dollar-Logik transferieren will, landet häufig bei Stablecoins.
Ein weiterer Blick auf die Zahlen zeigt, wie aktiv Emittenten inzwischen mit diesem Spannungsfeld umgehen. Laut einem AMLBot-Report soll Tether zwischen 2023 und 2025 rund 3,3 Milliarden US-Dollar an Assets eingefroren und 7.268 Wallet-Adressen auf eine Blacklist gesetzt haben. Für Kritiker ist das der Beweis, dass USDT zentral kontrolliert bleibt. Für Ermittler und manche Regulierer ist es eher die Bedingung, damit Stablecoins überhaupt als Zahlungsinfrastruktur akzeptiert werden.
Der Markt wird diese Freeze-Wellen daher nicht nur als Sicherheitsmaßnahme lesen, sondern auch als Erinnerung: Stablecoins sind onchain, aber nicht grenzenlos.






