• Tether entwickelt sich von einem reinen Krypto-Infrastruktur-Anbieter zu einer breit aufgestellten Beteiligungsgruppe mit rund 140 Investments.
  • Der neue CFO Simon McWilliams zentralisiert Finanzen und operative Steuerung in London und soll Governance-Strukturen stärken.

Tether beschleunigt den eigenen Umbau und bewegt sich Schritt für Schritt weg vom Image des reinen Krypto-Infrastruktur-Dienstleisters.

Laut Berichten umfasst das Beteiligungsportfolio inzwischen etwa 140 Investments, die weit über das Kerngeschäft mit Stablecoins hinausreichen. Darunter finden sich Infrastrukturprojekte, Mining-Aktivitäten, Softwarefirmen und Dienstleister aus dem weiteren Digital-Asset-Umfeld.

Die Personalseite spiegelt diesen Wandel. Derzeit beschäftigt Tether rund 300 Mitarbeitende weltweit, weitere 150 Stellen sind geplant. Für ein Unternehmen, das lange als schlanke, primär technisch geprägte Organisation wahrgenommen wurde, ist das ein deutlicher Schritt in Richtung klassischer Konzernstruktur mit klareren Abteilungen und Zuständigkeiten.

London wird zum zentralen Steuerungs- und Kontrollpunkt

Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem neuen Finanzchef zu. Simon McWilliams soll nach Angaben aus Unternehmenskreisen Governance und interne Kontrolle stärken und Finanzen sowie Teile des operativen Geschäfts in London bündeln.

Die britische Hauptstadt wird damit zum wichtigen Knotenpunkt für Reporting, Treasury und operative Koordination. In der Praxis bedeutet das, dass Investitionsentscheidungen, Cash-Management und Teile des Risikocontrollings stärker zentralisiert werden.

Für ein Unternehmen, das in der Vergangenheit immer wieder im Fokus von Fragen zur Transparenz seiner Reserven stand, ist die Botschaft klar: Struktur, Prozesse und Aufsicht sollen mit dem gewachsenen Geschäftsvolumen Schritt halten.

Mit dem wachsenden Beteiligungsportfolio steigt allerdings auch die Komplexität. Tether muss künftig nicht nur Markt- und Kontrahentenrisiken im Stablecoin-Geschäft managen, sondern auch Beteiligungsrisiken in unterschiedlichen Sektoren und Jurisdiktionen.

Genau an dieser Schnittstelle wird sich zeigen, wie eng die neue Londoner Zentrale die Fäden in der Hand hält und wie konsistent sich Tether als Unternehmensgruppe aufstellt.