• Senatsmehrheitsführer John Thune erwartet, dass der CLARITY Act vor April 2026 nicht durch den Senate Banking Committee kommt.
  • Die Aussage dämpft die Hoffnung auf schnelle „Market Structure“-Klarheit, während Streitpunkte in der Ausgestaltung weiter offen sind.

Washington bekommt beim großen Krypto-Gesetz wieder ein Tempolimit. John Thune, Mehrheitsführer im US-Senat, sieht den CLARITY Act nach aktuellen Berichten nicht auf einem Kurs, der schon in den nächsten Wochen durch den Bankenausschuss läuft. Vor April 2026 sei ein Durchkommen im Senate Banking Committee eher unwahrscheinlich.

Thune nimmt das „bald fertig“-Narrativ vom Tisch

Die Botschaft ist vor allem politisch relevant, weil sie die Erwartungshaltung dreht. In der Krypto-Branche war zuletzt wieder mehr Selbstbewusstsein zu spüren, dass ein Marktstrukturpaket noch im ersten Quartal Gestalt annehmen könnte.

Thunes Einschätzung stellt das in Frage. Das heißt nicht, dass die Gespräche scheitern. Aber es heißt: Der Ausschussprozess bleibt zäh, und die Zeitleiste wird länger.

Der CLARITY Act gilt als das Gesetz, das endlich festzurren soll, wann ein Token als Wertpapier gilt, wann als Commodity, welche Pflichten für Handelsplätze und Intermediäre gelten und wie sich Aufsicht zwischen SEC und CFTC praktisch aufteilt. Genau diese Detailfragen sind es, die im Ausschuss nicht „mal eben“ durchgewunken werden, weil sie in bestehende Finanzmarktregeln schneiden.

Warum der Ausschuss gerade der Engpass ist

Im Banking Committee laufen die Konfliktlinien zusammen. Banken drängen auf klare Grenzen, damit Stablecoins und Krypto-Plattformen nicht faktisch bankähnliche Funktionen übernehmen, ohne denselben Regelrahmen. Krypto-Unternehmen wiederum wollen, dass neue Pflichten nicht so schwer ausfallen, dass sie Innovation nur auf Offshore-Strukturen verschieben.

Für den Markt bedeutet Thunes Dämpfer vor allem: Regulierung bleibt kurzfristig ein Unsicherheitsfaktor, und Lobbyarbeit dürfte in den kommenden Wochen eher intensiver werden. Gleichzeitig nimmt die Aussage etwas Druck aus der täglichen Kursdebatte. Wenn der politische Katalysator nicht „nächste Woche“ kommt, handeln Trader wieder stärker Makro, Liquidität und Risikoappetit, statt auf einen schnellen Washington-Impuls zu setzen.