- Donald Trump droht Frankreich mit Zöllen von bis zu 200 Prozent und verknüpft die Eskalation rhetorisch mit dem Streit um Grönland und der Beziehung zu Präsident Emmanuel Macron.
- Auslöser sollen Fragen zu Macrons angeblicher Weigerung gewesen sein, einem „Board of Peace“ beizutreten, sowie eine private Macron-Nachricht, die Trump anschließend öffentlich machte.
Donald Trump hat am Rande eines Pressetermins neue Zollandrohungen gegen Frankreich formuliert. Der US-Präsident sagte, die Vereinigten Staaten könnten Zölle von 200 Prozent verhängen, falls Frankreich eine aus seiner Sicht „hostile stance“ einnehme. In seiner Wortwahl verwies Trump dabei auch auf französische Weinexporte, was den wirtschaftlichen Hebel der Aussage unterstreichen sollte.
200%-Drohung als Signal an Paris, Wein als Symbol
Die Kommentare fielen, nachdem ein Reporter Trump auf Berichte ansprach, wonach Emmanuel Macron nicht bereit sei, einem sogenannten „Board of Peace“ beizutreten. Trump spielte Macrons Einfluss herunter und sagte, eine Teilnahme sei nicht nötig. Gleichzeitig legte er die Zollkarte auf den Tisch. Das wirkt weniger wie ein ausformulierter Maßnahmenplan als wie eine Eskalationsoption, die bewusst maximal klingt.
200 Prozent wären für betroffene Waren praktisch ein Markteintrittsverbot, zumindest kurzfristig. Ob es tatsächlich zu solchen Sätzen kommt, hängt in der Realität an Rechtsgrundlagen, Umsetzung und politischen Gegenreaktionen. Aber allein die Drohung verschiebt Erwartungen, auch für Unternehmen, die in Lieferketten mit Frankreich hängen.
Persönliche Spitzen gegen Macron, Grönland bleibt der Hintergrund
Trump verband die Aussagen mit persönlichen Angriffen. Er sagte, Macron werde „bald“ nicht mehr im Amt sein, ohne einen Zeitrahmen zu nennen. In dieselbe Situation fiel ein weiterer Schritt, der in Europa besonders sensibel ist: Macron soll Trump in einer privaten Nachricht zu dessen Vorgehen rund um Grönland kritisiert oder zumindest hinterfragt haben. Trump machte diese Nachricht später öffentlich.
Der Grönland-Komplex bleibt damit der übergeordnete Kontext. Die Zollandrohung wirkt wie ein Druckinstrument im diplomatischen Streit, nicht wie eine isolierte Handelspolitik. Für Märkte ist das ein klassisches Risk-Headline-Setup: Noch ist es Rhetorik, aber Rhetorik kann schnell in Politik kippen, wenn beide Seiten beginnen, innenpolitisch davon zu profitieren.






