• Donald Trump wirft den Banken vor, den bereits geltenden GENIUS Act zu untergraben und den CLARITY Act auszubremsen.
  • Der Kernkonflikt bleibt die Frage, ob Krypto-Firmen auf Stablecoins Renditen oder ähnliche Erträge anbieten dürfen.

Donald Trump verschärft den Ton im Streit um die US-Krypto-Gesetzgebung. In einem Beitrag auf Truth Social attackierte der Präsident am Dienstag die Bankenbranche und warf ihr vor, zentrale Teile seiner Digital-Asset-Agenda gezielt zu bremsen.

Im Zentrum seiner Kritik steht ein Konflikt, der in Washington seit Wochen die Gespräche lähmt. Es geht um Stablecoin-Renditen und damit um die Frage, wer künftig um Kundeneinlagen konkurrieren darf.

Trump stellt Banken als Bremsklotz für den CLARITY Act dar

Trump schrieb, der GENIUS Act werde von Banken „bedroht und untergraben“. Das ist politisch bemerkenswert, weil dieses Stablecoin-Gesetz bereits im Juli 2025 vom Kongress verabschiedet und kurz darauf von ihm selbst unterzeichnet wurde.

Sein eigentlicher Druck richtet sich daher weniger gegen das bestehende Gesetz als gegen die stockenden Verhandlungen zum CLARITY Act, dem größeren Marktstrukturgesetz für digitale Vermögenswerte.

Mit der Forderung, Market Structure müsse „ASAP“ erledigt werden, erhöht Trump den politischen Druck auf Senat, Bankenlobby und Unterhändler zugleich. Seine Formulierung, die US-Krypto-Agenda könne sonst nach China oder in andere Länder abwandern, passt klar in die Wettbewerbslogik, mit der das Weiße Haus das Thema seit Monaten auflädt.

Stablecoin-Rendite bleibt der eigentliche Streitpunkt

Der harte Kern der Auseinandersetzung ist nicht neu. Banken drängen darauf, dass Stablecoin-Emittenten und verbundene Plattformen keine Zinsen oder vergleichbare Belohnungen auf Stablecoin-Guthaben anbieten dürfen.

Sie argumentieren, dass sonst Einlagen aus dem klassischen Bankensystem abwandern könnten. Krypto-Unternehmen halten dagegen, dass genau solche Ertragsmodelle ein zentraler Wettbewerbsfaktor sind.

Damit wird aus einem Gesetzesstreit langsam ein offener Machtkampf zwischen zwei Finanzlagern. Trump hat sich nun sichtbar auf die Seite der Krypto-Branche gestellt. Ob das die Verhandlungen beschleunigt oder die Fronten nur weiter verhärtet, ist offen.

Hinter den Kulissen wird jedenfalls weiter an Formulierungen gearbeitet, vor allem dort, wo Stablecoin-Erträge und Marktstruktur direkt aufeinanderprallen.