• Donald Trump will heute seinen Kandidaten für den nächsten Vorsitz der US-Notenbank bekanntgeben, Kevin Warsh wird in Berichten als Favorit genannt.
  • Jerome Powells Amtszeit endet im Mai, die Personalie rückt sofort Fragen zu Zinsen, Liquidität und Unabhängigkeit der Fed in den Fokus.

Die Entscheidung fällt heute. Donald Trump sagte am Donnerstag, er werde am Freitagmorgen seinen Kandidaten für den nächsten Fed-Vorsitz präsentieren. Mehrere Berichte erwarten, dass Trump Kevin Warsh nominieren will, früher Fed-Gouverneur und seit Jahren ein Name, der in Washington und an der Wall Street als Option herumgereicht wird.

Warsh nach Treffen im Weißen Haus vorne, Powells Ende rückt näher

Der unmittelbare Auslöser ist ein Gespräch am Donnerstag im Weißen Haus. Aus dem Umfeld heißt es, Warsh habe Trump überzeugt. Formal gilt wie immer, erst die öffentliche Nennung zählt, aber die Verdichtung ist auffällig.

Jerome Powell bleibt bis zum Ende seiner Amtszeit im Mai im Amt. Das Timing ist deshalb nicht nur Personalpolitik, sondern auch Kommunikation an die Märkte. Wer der nächste Vorsitzende wird, prägt den Ton der Notenbank schon lange vor dem ersten Zinsentscheid, weil Erwartungen handeln, nicht nur Beschlüsse.

Warsh war von 2006 bis 2011 Teil des Fed-Boards und saß damit während der Finanzkrise im Maschinenraum. Er hat später wiederholt die lange Phase extrem lockerer Politik kritisiert, vor allem die Größe der Fed-Bilanz und die Gewöhnung der Märkte an dauerhafte Stützung. Das ist keine Garantie für eine harte Linie, aber es ist ein klarer Track Record.

Krypto schaut auf den Kandidaten, weil Geldpolitik Risiko steuert

Für Bitcoin und Krypto ist die Personalie nicht wegen Sympathiefragen relevant, sondern wegen Liquidität. Wenn die Fed straffer kommuniziert, wird Risiko teurer, Hebel dünner, und das sieht man zuerst in den volatilen Märkten.

Warsh gilt in Krypto-Kreisen teils als aufgeschlossen, weil er marktorientiert argumentiert. Entscheidend bleibt trotzdem, was er zu Zinsen, Bilanzpolitik und der Rolle der Fed im Finanzsystem sagt.

Noch wichtiger wird sein, wie der Senat die Nominierung prüft. Es geht am Ende um Glaubwürdigkeit, nicht um ein Etikett.