- Donald Trump kündigt an, JPMorgan Chase wegen angeblichen „Debanking“ zu verklagen und stellt den Streit in den Kontext seiner „Operation Chokepoint 2.0“-Erzählung.
- Belege legte Trump in seinem Post nicht vor, und eine Stellungnahme von JPMorgan liegt in diesem Kontext bislang nicht vor.
Donald Trump bringt einen neuen Konflikt mit einem der größten US-Finanzhäuser in die Öffentlichkeit. In einem Post auf Truth Social erklärte der Präsident, er werde JPMorgan Chase verklagen.
Der Vorwurf lautet, die Bank habe ihn „incorrectly and inappropriately“ debanked, also Geschäftsbeziehungen beendet oder eingeschränkt, ohne angemessene Vorankündigung. Trump stellt den Vorgang als zentralen Baustein seiner „Operation Chokepoint 2.0“-Erzählung dar.
„Debanking“ als politisches Narrativ, Details bleiben offen
Trump behauptet, JPMorgan habe nach den Ereignissen rund um den 6. Januar die langjährigen Beziehungen beendet.
Konkrete Dokumente, Kündigungsschreiben oder andere Nachweise veröffentlichte er in dem Post nicht. In der vorliegenden Darstellung gibt es außerdem keine Stellungnahme von JPMorgan, weder zur behaupteten Beendigung noch zu möglichen Gründen.
Das macht den Fall schwer einzuordnen, denn Debanking-Fälle sind oft komplex. Banken verweisen in solchen Situationen in der Regel auf Risiko- und Compliance-Entscheidungen, ohne einzelne Kundenangelegenheiten öffentlich zu diskutieren.
Für Betroffene wiederum wirkt es schnell wie politischer oder ideologischer Druck. Beides kann im Raum stehen, ohne dass sich daraus automatisch eine juristische Bewertung ableiten lässt.
Nebenkriegsschauplatz Fed: Trump dementiert Dimon-Gerücht
Zusätzlich wies Trump einen Bericht zurück, wonach er JPMorgan-CEO Jamie Dimon den Job als Fed-Chair angeboten habe. Ein solches Angebot habe es nie gegeben, schrieb er. Damit zieht er eine zweite Linie in derselben Debatte: Einerseits der Vorwurf an die Bank, andererseits die Abwehr einer Personalgeschichte, die das Verhältnis zwischen Politik und Finanzsektor weiter aufgeladen hätte.
Ob eine Klage tatsächlich eingereicht wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt offen, ebenso, welche rechtliche Grundlage Trump konkret wählen würde. Klar ist nur: Der Streit trifft einen wunden Punkt, den viele in Krypto- und Fintech-Kreisen seit Jahren diskutieren, wer Zugang zum Bankensystem bekommt und wer nicht, und ob solche Entscheidungen rein risikobasiert oder auch politisch geprägt sind.






