- Das britische Finanzministerium hat HSBC Orion für einen Pilot zur Emission tokenisierter Staatsanleihen ausgewählt.
- Der DIGIT-Test soll zeigen, wie sich DLT in der Abwicklung von Gilts nutzen lässt und welche Effizienzgewinne realistisch sind.
London stellt beim Thema Tokenisierung jetzt eine konkrete Infrastruktur-Frage. Nicht mehr ob, sondern mit wem. Das britische Finanzministerium hat HSBCs Tokenisierungsplattform Orion beauftragt, die Pilotemission eines digitalen „Gilt“-Instruments zu ermöglichen. Das Projekt läuft unter dem Namen Digital Gilt Instrument, kurz DIGIT.
DIGIT soll Staatsfinanzierung technisch neu aufsetzen
Die Idee ist, eine britische Staatsanleihe in einer digitalen Form zu begeben, bei der die Abwicklung über Distributed-Ledger-Technologie organisiert wird. Die Regierung spricht von einem Pilot, also kein Rollout. Es geht um Testbetrieb, Prozesskette, Kontrollpunkte. Und um die Frage, ob sich Emission, Settlement und nachgelagerte Verwaltung messbar vereinfachen lassen.
HM Treasury hatte bereits im Juli 2025 ein Update zum DIGIT-Pilot veröffentlicht und darin skizziert, dass man konkrete Blockchain-Anwendungen in der staatlichen Schuldenaufnahme prüfen will. Gleichzeitig steht dahinter ein industriepolitischer Unterton. Tokenisierung soll nicht nur importierte Infrastruktur sein, sondern im Idealfall in Großbritannien mitgebaut werden.
HSBC Orion als Signal an Marktteilnehmer
Mit HSBC Orion wählt die Regierung eine Plattform aus dem etablierten Bankenumfeld, nicht ein Krypto-Native-Setup. Das dürfte einigen institutionellen Marktteilnehmern entgegenkommen, weil bekannte Compliance- und Betriebsmodelle näher liegen.
Lucy Rigby, Economic Secretary to the Treasury, knüpft die Ernennung an das Ziel, Investitionen anzuziehen und Großbritannien als attraktiven Standort zu positionieren. In ihrer Lesart soll DLT helfen, Effizienz zu erhöhen und Kosten zu senken.
Wie groß der Effekt am Ende ausfällt, hängt an Details, die Pilotprojekte gern erst offenlegen. Welche Intermediäre bleiben drin. Wie läuft die Verwahrung. Und ob das digitale Instrument mit bestehenden Marktstandards kompatibel bleibt oder sich faktisch ein Parallelprozess bildet.







